In diesem Workshop werden wir uns vor allem der Frage widmen, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten wir benötigen, um in der Ära von Wirklichkeitsemulation als Individuum und als Sozialgemeinschaft überleben, wachsen und schaffen können.

Über welche Fähigkeiten verfügen wir bereits? Welche Potenziale tun sich auf? Wie schaffen wir die Transition von Algorithmisierung/Digitalisierung/Vernetzung/Globalisierung in Industrialisierung hinüber in Wirklichkeitsemulation spielerisch?

Um diese Frage(m) beantworten zu können, braucht es funktionale Modelle zu: Wo stehen wir? Was sind unsere derzeit größten Probleme? Worauf läuft es gerade – soweit absehbar – hinaus? Welche Konzepte funktionieren/reichen nicht mehr? Wo sind wir betriebsblind? Was sind unsere wertvollsten Assets?

Quo vadis, Homine soll auf neue Horizonte verweisen, aber ich möchte auch die Probleme diskutieren, die uns derzeit ausbremsen – dabei handelt es sich (für den einen oder anderen vielleicht überraschenderweise) unter anderem ausgerechnet um Probleme, die mit moderner Systemik kommen.

Mir liegt am Herzen zu demonstrieren, dass und wie Knopfdruckproblemlösungen nicht funktionieren, dass aber auch rein auf Komplexität und Ambivalenz ausgerichtetes Denken in eigene und einige Schwierigkeiten führt – das gilt auch und besonderes in persönlicher Weiterentwicklung und unternehmerischer Intelligenz, die nach dem Gewinn von unklaren Formen aus der Unklarheit nicht mehr herauskommen. Das Unbestimmte kommt mit der gleichen Berechtigung wie das Bestimmte.

Ich möchte mit den Workshop-Teilnehmern persönliche und berufliche Erlebnishorizonte aufspannen und ausarbeiten, wie dysfunktional angewendete Konzepte von „Information“, „Digitalisierung“, „Ambivalenz“ in kognitive, kommunikative und emotionale Engpässe führen und wie wir solchen Fallen entkommen können. Dazu werden wir auf Ergebnisse aus unserer Forschung zurückgreifen und unter anderem mit Hilfe von Computeremulationen begreifen, was funktioniert und was nicht.

Am Ende unseres Workshopabenteuers wird ein gemeinsam erarbeitetes komplexes Modell fundamentaler Konzepte und weiterführender Antworten stehen, die in allen Subsystemen zeitgemäß Anwendung finden können. Wir werden systemisch denken, wir werden global denken, wir werden folgerichtig denken, wir werden über den anthopozänen Menschen und seine Qualitäten sprechen, und wir werden persönliche und gemeinsame Erfahrungen in diesen Qualitäten machen und im Dialog erleben, was uns ausbremst und was uns weiter bringt.

Wir werden ein emergentes Modell menschlicher Kognition und Kommunikation diskutieren, wir werden über Dimensionierung und Differenzierung als Voraussetzung für Komplexitätsverarbeitung und funktionale Resilienz und Empathie sprechen, über ein sinnvolles Komplexitätsverarbeitungsmodell, das unsere Vorstellungen von kognitiver, sozialer und emotionaler Intelligenz ergänzt und erweitert, und darüber, wie wir uns effektiv und effizient einbringen können. Und all das werden wir sehr praktisch und unter Einbeziehung der persönlichen Erfahrungen aller Workshopteilnehmer tun und dafür die Modelle der transdisziplinären und transformativen Wissenschaft nutzen, die durch unsere Verbindung von Systemtheorie und Automatentheorie aufgeschlossen wird.
So sehen wir Evolution bei der Arbeit zu, indem wir selbst praktisch und aktiv tätig werden.

Hintergrund

Grundlegende Fragen zu unseren Potenzialen beschäftigen mich seit meiner Jugend, und seit 1988 arbeite ich mit meinem Mann, Ralf Peyn, daran, Lösungen für die Probleme zu generieren, mit denen Mensch und Gesellschaft heute zu tun haben und für die, die absehbar auf uns zukommen. Zu diesen Lösungen gehören FORMWELT, ein semantisch und formal selbstgenügsames linguistisches System, und uFORM iFORM, eine Erkenntnislogik zur Demonstration und Analyse von Entscheidungssystemen (menschliche Kognition und Kommunikation).

Hintergrund für unseren Entschluss, an Modellen und Tools zu arbeiten, die Menschen direkt an ihrem Denken und Sprechen be-treffen und die sie auch dort herausfordern, war die Einsicht, dass wir langfristig in eine Sackgasse geraten, wenn wir uns nur auf Bedienerfreundlichkeit/Leichtgängigkeit von Individuum, Technologie und Gesellschaft verlassen. Der in sich selbst und eine sich entwickelnde Gesellschaft am besten integrierte Mensch muss aktiver Teil von Evolution sein: Er wird als bewusster Agent von und in Evolution tätig.

Die aus unserer Forschung resultierenden Erkenntnisse über Konflikte in und zwischen Individuum und Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Wirklichkeitsemulation, Isolationismus und Globalisierung diskutiere ich in meinen Blogs: www.gitta-peyn.de und systemzeit und auf öffentlichen und privaten Workshops und Veranstaltungen.

Auf dem Weg hin zu funktionalen Lösungen und Antworten haben wir empirisch und ganzheitlich gearbeitet, nach Emergenz gesucht und dabei neben Mathematik und Physik, Natur- und Geisteswissenschaften, auch Modelle, Methoden, Techniken spiritueller Natur analysiert, um herauszufiltern, was unserer Ansicht nach weiterhilft und was nicht.

Am Ende hat sich gezeigt, dass Systemtheorie (aus Geistes-, Naturwissenschaft und Mathematik) und integrale Weiterentwicklung, brauchbare Ansätze liefern. Mit ihnen und Überlegungen zu Sprache, rationalem Denken und Untersuchungen von Ideologie und Wirklichkeitsemulation konnten wir wegweisende Problembeschreibungen gewinnen.


Weitere Informationen über FORMWELT:

Weitere Informationen über uFORM iFORM:

Zielgruppen

Dieser Workshop richtet sich an alle Menschen, die ihr kognitiv-emotionales und kommunikatives Potenzial an unsere Zeit angemessen begreifen und ausbauen möchten.

  • Therapeuten und Ärzte werden die Bedeutung komplexen, aber respezifizierenden Denkens für die aktuale und langfristige Gesundheit der Menschen mit neuen Augen betrachten können.

  • Wissenschaftler können die Zusammenhänge von Ideologie, Forschung und Nutzen der Emulation diskutieren.

  • Politiker erfahren mehr über die Auswirkungen von systemischem Konzept, systemischer Sprache und Modell auf soziale Systeme.

  • Führungskräfte können über eigene Modellfunktionalität und emergente Ideen zu Kognition und Kommunikation neue Qualitäten erwerben und umsetzen lernen. Sie werden so effizienter Entscheidungen fällen können, die integriert, langfristig klug und menschlich anschlussfähig wirken.

  • Coaches und Unternehmensberater erleben die Frage der Modellfunktionalität neu und können so effizienter und zeitgemäßer beraten. Ihnen wird über unsere Arbeit die Möglichkeit aufgeschlossen, von limitierten und limitierenden Schnappschussmodellen auf beweglichere Konzeptionierung unter Zuhilfenahme von Emulationen umzuschalten, was ihre Beratung lebensnaher und wirkungsvoller machen wird.

Wir (er)leben den Change, den unsere Modelle hergeben.
Wir benötigen Modelle, die der Komplexität und Emergenz unserer Zeit gerecht werden.
Solche Modelle werden transdisziplinär und transformativ aufgeschlossen.

Workshopinhalte

  • Einführung in Wirklichkeitsemulation. Diskussion der Dysfunktionalität des Digitalisierungsbegriffs, Rückblicke auf die Entwicklung von Algorithmisierung, Digitalisierung, Globalisierung, Vernetzung und Beginn von Wirklichkeitsemulation als vierte Ära in Folge von: Sesshaftwerdung, Städtebildung, Industrialisierung – gesellschaftlicher Wandel. Ausblicke in Technologie, Kognitive Notwendigkeiten, Mindset, Politik, Wirklichkeitskonstrution. Wo kommen wir her, wo stehen wir, wohin geht es? …

  • Einführung in grundlegende Konzepte in Wirklichkeitsemulation. Diskussion der Funktionalität relevanter systemischer Begriffe und Konzepte: Information, Kommunikation, Autopoietische Systeme, Analog/Digital, Ambivalenz/Polyvalenz/Kontingenz, Komplexität, Dimensionierung, Differenzierung und Vorstellung der GrundFORMen aus uFORM iFORM. Außerdem Diskussion von Begriffsontologie/Begriffsfunktionalität zur effizienten Begriffs-, Konzept- und Handlungsgestaltung, Relevanz und Grenzen systemischen Programmierens.

  • Symmetrische und asymmetrische Konflikte: Die Bedeutung der kognitiven und kommunikativen FORM für Konfliktbildung und -muster, für Kooperation und Gemeinschaftlichkeit, für individuelle und soziale Entwicklung und die Bedeutung der Strukturvorgaben durch und in den Medien, Internetmedien, Politik mit politischer und politisierender Sprache. Handeln/Erleben/Sinn als Erweiterungs- und Reduktionsschemata in der Konfliktbewältigung. Veranschaulichung an der Differenz der Emulationssysteme Slit und CoOneAnother.

  • Diskussion eines mehrdimensionalen Modells von Weltanschauung und Ideologie. Funktion und Leistung von Weltanschauung und Ideologie, Reduktionismus und Komplexität, Copy und Individuum in Wirklichkeitsemulation und die Bedeutung komplexitätsbewusster, dimensionierender und differenzierender Konzeptbildung für Individuum und Gesellschaft, Unternehmen und Mitarbeiter, Politik und Wähler, Familie und Netzwerk. Wo stehen wir in welcher Situation? Wie können wir uns gerichtet komplexer aufstellen? Weniger komplex?

  • Den re-Entry vornehmen: Vorstellung und Einüben dreier grundlegender Denkqualitäten, nämlich reflexives Denken, reflektierendes Denken und sinnlich wahrnehmbares und operationales Beschreiben zur Steigerung individueller, emotionaler und sozialer Intelligenz. Praktisches Einüben, praktische Beispiele. Reflektieren bisheriger Erkenntnisse in der augenblicklichen Selbst- und Weltbeschreibung.

  • Workshopdauer: 2 Tage
  • Preis: 700 Euro
  • Veranstaltungsort: (in Bearbeitung)
  • Unterbringung: (in Bearbeitung)
  • Verpflegung: (in Bearbeitung)

Termine

(in Bearbeitung)