Pogofähigkeit

Pogo ist getanzter Punk.

Es geht dabei

um die grundsätzliche Fähigkeit, starke Emotionen und Aggression ausdrücken zu können und
um grundsätzliche Hilfsbereitschaft, so jemand verletzt zu werden droht.

Pogo ist ein anarchischer Tanz, außerordentliches Gefühl für sozial unverstellte, in meiner Sprache "unvermurkste" Individualität, die tief aus sich selbst schöpft, tief in sich selbst forscht und das auf emotionaler Ebene.

Gleichzeitig ist Pogo ein Tanz, bei dem es wegen Unvermeidbarkeit körperlich, geistig und emotional bedrohlicher Begegnung und Verletzung darum geht, Unversehrtheitsrechte Aller zu schützen.

Pogo gilt als Ausdruck offener, direkter, emotions- und aggressionsbereiter Begegnung, als Ausdruck offener, direkter, emotions- und aggressionsbereiter Individualität mit praktiziertem Sinn für eben diese Freiheit Anderer.

Es ist ein Tanz, in welchem Kooperation nicht durch passive Aggression und gesellschaftliche Tabus gehemmt wird, in dem Raum ist für jeden sich zu zeigen, während gleichzeitig Bad Boys, welche Kooperationsbereitschaft Anderer für eigene Raumzwecke auszubeuten verstehen, kollektiv die Tür gewiesen wird.

Im Pogo ist kein Platz für die Dunkle Triade aus Narzissmus, Machiavellismus und subklinischer Psychopathie:

Der Pogotänzer lacht Bad Boys in wilder Selbst- und Fremdbereitschaft offen aus und entgegen. Er ist die Wild Card im sozial gedämpften Raum. Er ist grundsätzlich und daher bei Ungerechtigkeit vollkontakt-fähig.

Soziales Miteinander lässt sich als Spiel fassen, in welchem die Spielregeln das Verhalten, den Tanz der Mitglieder der Gruppe bestimmen.

Pogofähigkeit bedeutet, die Spielregeln entlang der Organisationsziele der Gesellschaft - so diese als freiheitlich demokratisch akzeptiert werden müssen - durch zwei Grundrechte für Alle zu begrenzen:

  1. Das Recht auf aktiven, andersartigen, aggressionsbereiten, emotionsbereiten Ausdruck der eigenen Persönlichkeit.
  2. Das Recht auf aktiven, aggressionsbereiten, emotionsbereiten Schutz bei Sichtbarwerdung eigener Hilfsbedürftigkeit.

Pogofähigkeit kann folglich Pogofähigkeit nicht einfordern.
Wohl aber wird jeder, der für sich "Pogofähigkeit" in Anspruch nimmt, genau dieses Verhalten zeigen:

Er/sie wird an der eigenen andersartigen, individuellen Aggressions- und Emotionsbereitschaft arbeiten und in Vollkontakt zu Anderen gehen, auch wenn das bedeutet, dass es zu blauen Flecken kommt.

Er wird sofort, wenn sie beobachtet, dass jemand Anderer hilfsbedürftig wird, zurückspringen, Raum geben und Hilfsbereitschaft nach Maßgabe der individuellen Bedürfnisse des Pogopartners signalisieren.

Pogofähigkeit funktioniert fundamental freiheitsethisch.
Emotionale und aggressive Ausdrucksschwäche hat keine Macht im Pogo.

Das bedeutet: Im Pogo gibt es keine Möglichkeit, passiv-aggressiven Emotionsmüll in seiner soziale Umwelt zu verklappen, um darüber Macht über andere, über Gruppendynamik, FORM der Systeme auszuüben.

Wer Pogofähigkeit trainiert, trainiert rhetorische und rationale Analyse.

Jeder hat das Recht darauf emotional zu werden – keiner hat darüber das Recht über Andere.

Es ist ein Selbstausdruck, er kann zu Verletzungen führen, die werden versorgt, dann wird weitergepogt.

Weiterführende Links:

Komplexitäts-Management-Modell (C2M):
https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen

Einführung in Realkonstruktivismus:
https://www.youtube.com/watch?v=vxw3PecfNAM&t=2s