Das FORMWELTen-Institut fördert besondere, erneuernde, innovative Forschungsprojekte und Anwendungen in/aus den Richtungen geisteswissenschaftliche Systemtheorie und naturwissenschaftliche/mathematische Theorie Komplexer Systeme. Hauptaugenmerk und zentrales Motiv unserer Arbeit ist die Konstruktion und der Bau von Brücken in Raum und Zeit, in Kommunikation und Geist, die Naturwissenschaft und Geisteswissenschaft gemeinsam in die Zukunft tragen, um Geleistetes effektiv auszuwerten, noch zu leistendes kritisch zu erkennen und in aktiver Kooperation Welt zu formen.

Schauen Sie mal hier: formwelten-institut.com

Ralf und ich wollen schon lange, dass nicht nur FORMWELT Online, für alle Menschen da ist, sondern wir haben immer geplant, dass wir, wenn wir das schaffen, eine Stiftung gründen, die systemische Bildung weltweit fördert.

Nun kann man aber nicht allein geisteswissenschaftlich und auch nicht allein naturwissenschaftlich arbeiten. Der integrative Weg ist der systemische.
Und so kam mir vor einigen Wochen der Gedanke (ursprünglich angeregt durch Dirk Baecker), dass ein FORMWELTen-Institut zu gründen, das es sich zur Aufgabe macht, wirklich erneuernde systemische Forschung zu fördern, eine gute Idee ist.

Systemik und Systemtheorie befinden sich meiner Ansicht nach beide etwas in der Krise. Auf der einen Seite gibt es zwar einige wirklich hochkarätige Forscher und Denker, die ständig Neues schaffen, auf der anderen Seite leiert die Systemik überall aus, und das wirklich Neue kommt gar nicht richtig durch. Wo etwas alles bedeutet, bedeutet es am Ende gar nichts mehr, und wo alles als „neu“ bezeichnet wird, lässt das Interesse, sich die Sachen noch anzusehen, schlussendlich nach. Das ist einer der Nachteile unserer Marketinggesellschaft. Jeder poliert sich auf, aber wer hat wirklich etwas zu sagen? Wir immunisieren uns momentan gegen die echte Herausforderung.

Wir haben das ja selbst erlebt: Unsere Forschung wurde lange so richtig schön und gründlich ignoriert. Ich habe mir die Finger wund geschrieben, telefoniert wie eine Verrückte, aber man wollte einfach nichts von uns wissen. Gottseidank ist diese Zeit vorbei. Es gibt nur wenig, das ich mir frustrierender vorstellen kann als dreißig Jahre Forschung an etwas, das allen hilft, und dann erst einmal gründlich missachtet zu werden.

Wer heute Neues zu liefern hat, muss entweder bereits mitten im System anerkannt und integriert sein (was Neues zu schaffen nicht unbedingt leichter macht) oder sehr gute Kontakte haben oder etwas erfinden, was sich in die in Bequemlichkeit durchorganisierten Synapsen moderner Forschung einfügt.

Das ist aber nicht cutting-edge Development, und genau das sollte Systemik sein!

Wir bilden uns nicht ein, die Einzigen zu sein, die das fördern und die hierauf ein Auge haben – im Gegenteil lerne ich wöchentlich neue Wissenschaftler, Forscher und Künstler kennen, die mir erzählen, dass sie auf ähnlichen Pfaden unterwegs sind. Aber, die Institut-Idee ist eine verdammt gute, denn sie verbindet, und ich bin immer für Verbindung von scheinbaren Gegensätzen und für die mit anderen, die ebenfalls das Neu-Neue wollen.

Deshalb ist das FORMWELTen-Institut nicht nur eines, das die natur- und geisteswissenschaftliche systemische Forschung fördern wird, sondern auch eins, das sich über die Kooperation mit anderen riesig freut. Wir haben es da draußen mit ordentlichen Widerständen systemische Forschung betreffend zu tun. Aber, wir sind auch der Anfang einer wieder erneuernden und erneuerten Bewegung, und das wird einfach Zeit.

Mein erstes Ziel: ein Symposium finanziert zu bekommen und durchzuführen, zu dem wir die großartigsten Leute einladen, um nicht nur unsere, sondern eben auch ihre Forschungsergebnisse zu besprechen und gemeinsam zu überlegen, wo uns die Zukunft hinführen wird. Es wird endlich Zeit, dass man zusammen führt, Brücken baut und den Menschen hilft, systemisch zu denken.

Warum Menschen systemisch denken können sollten? Weil das entspannt, und weil es dabei hilft, mit den Komplexitäten einer globalisierten Welt umzugehen. Wir scheitern momentan nicht an unseren Problemen. Wir scheitern daran, dass wir mit unserem Denken noch gar nicht wirklich in dieser Zeit angekommen sind.

Einige müssen voranschreiten, einige müssen den Weg bereiten. Und sie sind bereits da. Jetzt müssen wir sie zusammenbringen, damit wir alle gemeinsam langfristig die wirklich bedrohlichen Probleme anzugehen verstehen: Welthunger, Ressourcenmangel, Klimawandel, Umweltverschmutzung, Kriege.


Um es mit Margaret Mead zu sagen:

„Never doubt that a small group of thoughtful citizens can change the world. Indeed it is the only thing that ever has.“

Die Zukunft ist die Zukunft des systemisch denkenden Menschen – oder unsere Enkelkinder werden eine ganz neue Dimension des Begriffs „in Schwierigkeiten stecken“ erfahren.