<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[Gitta Peyn s u b j e k t i v]]></title><description><![CDATA[Sozialkritische Systemik (und mehr)]]></description><link>https://gitta-peyn.de/</link><image><url>https://gitta-peyn.de/favicon.png</url><title>Gitta Peyn s u b j e k t i v</title><link>https://gitta-peyn.de/</link></image><generator>Ghost 2.9</generator><lastBuildDate>Tue, 14 Apr 2026 21:30:57 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://gitta-peyn.de/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[Taubenschach und Sealioning in der Systemtheorie-Diskussion]]></title><description><![CDATA[<p><strong>- ein Problem vor dem Hintergrund schwacher sprachlicher Reflexionsfähigkeit:</strong><br><br>Auch in den Geisteswissenschaften hat in einigen Kreisen ungesunde Tradition, sich in die Sprachsysteme der Anderen nicht einzuarbeiten und die eigenen nicht hinlänglich zu reflektieren.<br><br>Es fehlt unter anderem wissenschaftstheoretische Konfrontation der begrifflichen und strukturellen Kohärenz.<br><br>Wittgenstein zum Beispiel hat Kurt</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/taubenschach-und-sealioning-in-der-systemtheorie-diskussion/</link><guid isPermaLink="false">669cc9b2f4c20e753433cce6</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Sun, 21 Jul 2024 08:46:22 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p><strong>- ein Problem vor dem Hintergrund schwacher sprachlicher Reflexionsfähigkeit:</strong><br><br>Auch in den Geisteswissenschaften hat in einigen Kreisen ungesunde Tradition, sich in die Sprachsysteme der Anderen nicht einzuarbeiten und die eigenen nicht hinlänglich zu reflektieren.<br><br>Es fehlt unter anderem wissenschaftstheoretische Konfrontation der begrifflichen und strukturellen Kohärenz.<br><br>Wittgenstein zum Beispiel hat Kurt Gödels Arbeit kritisiert, doch aus Perspektive von Gödels Arbeit betrachtet, hatte Wittgenstein vor allem ein Problem mit seiner eigenen Unfähigkeit nachvollziehen zu können, was Gödels Arbeit bedeutet, weil er nicht nachkonstruieren konnte, wie sie funktioniert.<br><br>Diese Schwäche, die eigene sprachliche Reflexionsfähigkeit in die Kritik einzuarbeiten, hatte massive Folgen in der systemtheoretisch konstruktivistischen Reflexion, der es bis heute daran fehlt, ihre mathematischen und logischen Wurzeln im Rahmen ihrer mathematischen und logischen Wurzeln zu durchdenken und tatsächlich weiterführend mitzunehmen. Wir können nicht beurteilen, ob sie es nicht kann. Wir können nur feststellen, dass sie es nicht tut.<br><br>Die sprachphilosophische Tradition kann die mathematisch konstruktivistische zum Beispiel nur fassen, wenn sie sich dafür in ihren Symbolsatz begibt und darin argumentiert.<br><br><strong>Wo solche Fähigkeiten oder wissenschaftlichen Tatsachen fehlen, ist das Resultat:</strong><br><br>- mit Treibsandeffekt stilistisch und inhaltlich überkomplizierte bis willkürliche, tendenziöse oder gar falsche Auslegungen deutlich klarerer oder auch schwacher Ursprungstexte und<br><br>- Taubenschach dergestalt, dass es zu keiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung über die mathematischen Hintergründe und Weiterentwicklungen kommt.<br><br>Es konzentriert sich auf pseudoskeptische Fragen, ja Rhetorik, die immer wieder nur die eigenen Verständnisschwächen aufdeckt, die aber vor dem Publikum, das nun schon gar nicht dazu in der Lage ist, das zu beurteilen, wie inhaltliche Skepsis aussieht. Es kann nicht sehen, dass es nicht sieht, was es nicht sieht.<br><br>Sealioning - wo Tone-Policing als Instrument genutzt wird, den Anderen durchs Taubenschach zu jagen und immer wieder das nächste oberflächliche Pseudoargument geführt und so getan wird, als wäre das wissenschaftlich legitim, da es ja angeblich nur um Meinungsauseinandersetzung gehe - erweckt vor Publikum den Eindruck der intellektuellen Aufgeschlossenheit des Sealions, aber mangelnden Kritikfähigkeit auf Seiten desjenigen, der auf wissenschaftliche Auseinandersetzung pocht.<br><br>Notwendig, ja seriös wäre, das Publikum darüber zu informieren, dass sein Verständnis dessen, was da vorgeht, von denselben sprachlichen Bedingungen abhängt:<br><br>Solange es diese nicht erfüllen kann, kann es streng genommen nur nach Sympathie entscheiden. Und die Sympathie wird dann regelmäßig auf Seiten der argumentativ Schwächeren liegen. Ein Faktor, der politisch und wirtschaftlich relevant und möglicherweise intendiert ist und instrumentalisiert wird. Auch Wissenschaftler sind nur Menschen.<br><br>So lähmt sich die Systemtheorie- und Konstruktivismus-Diskussion seit Jahren selbst, hängt sich in kontinuierlicher Wiederholung ihrer trivialen Anfänge und Exegese auf und schränkt ihre Peergroup und ihre Followerschaft darüber so ein, dass Weiterentwicklung auf den Rahmen dieser Trivialitäten beschränkt bleibt. Sie bleibt nicht nur im Fringe, sie zieht sich auch über wirtschaftliche Interessen enger.<br><br><strong>Sprachliche Kompetenz in den Symbolsätzen garantiert überhaupt erst angemessene Kritik.</strong><br><br>So, wie wir im Alltag den Anderen nur innerhalb seiner Konzepte begreifen können, gilt das auch für die Wissenschaft. Das Peergroup-System kann das heute in vielen Fällen nicht mehr leisten, weil Kompetenz-Beurteilungsfähigkeiten fehlen, ob die Peer überhaupt dazu in der Lage ist, den anderen Symbolsatz zu sprechen.<br><br><strong>Wer bewacht die Wächter?</strong><br><br>Dieses Problem hat wissenschaftliche Methodologie versucht, dadurch in den Griff zu bekommen, dass sie Beweisverfahren entwickelt hat, welche den Wächter unnötig machen.<br><br>Das intendiert nicht, auf Objektivität abzustellen, da jede wissenschaftliche Erkenntnis natürlich beobachterabhängig ist.<br><br>Objektivität ist nach von Foerster eigentlich nur der Versuch des Beobachters, Erkenntnis von sich selbst unabhängig zu machen.<br>Was in der Konsequenz bedeutet, die Verantwortung für das Zustandekommen seiner Analysen abzugeben.<br><br>Eben diesen Konstruktionsfehler versucht das Peergroup-System zu beheben, landet aber dabei darin, ihn zu imitieren.<br>Also steht am Ende doch individuelle und eigenverantwortliche methodische Analyse.<br><br>Der Offenbarungseid: Sealioning und Taubenschach verdecken unter konstruktivistischer Rhetorik ontische Intention.<br>Wir rückentwickeln uns unter dem Deckmantel konstruktivistischer Auseinandersetzung wissenschaftlich.<br><br>Damit ist der Weg frei für Metaphysik, Rhetorik, Peerpressure.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Dem einfältigen Berater aufs Dach – Systemtheorie für Dummies:
Dann wird's auch was mit den Krisen]]></title><description><![CDATA[<h2 id="da-steh-ich-nun-ich-armer-tor-und-bin-so-klug-als-wie-zuvor-hei-e-magister-hei-e-doktor-gar-und-ziehe-schon-an-die-zehen-jahr-herauf-herab-und-quer-und-krummmeine-sch-ler-an-der-nase-herum">Da steh' ich nun, ich armer Tor,<br>Und bin so klug als wie zuvor!<br>Heiße Magister, heiße Doktor gar,<br>Und ziehe schon an die zehen Jahr'<br>Herauf, herab und quer und krumm<br>Meine Schüler an der Nase herum</h2><p><br>Seien wir ehrlich:<br>Die Systemtheorien haben uns organisatorisch bislang nicht wirklich weitergebracht.</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/dem-einfaltigen-berater-aufs-dach-systemtheorie-fur-dummiesdann-wirds-auch-was-mit-den-krisen/</link><guid isPermaLink="false">665df8a1f4c20e753433cc9c</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Mon, 03 Jun 2024 17:21:32 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<h2 id="da-steh-ich-nun-ich-armer-tor-und-bin-so-klug-als-wie-zuvor-hei-e-magister-hei-e-doktor-gar-und-ziehe-schon-an-die-zehen-jahr-herauf-herab-und-quer-und-krummmeine-sch-ler-an-der-nase-herum">Da steh' ich nun, ich armer Tor,<br>Und bin so klug als wie zuvor!<br>Heiße Magister, heiße Doktor gar,<br>Und ziehe schon an die zehen Jahr'<br>Herauf, herab und quer und krumm<br>Meine Schüler an der Nase herum</h2><p><br>Seien wir ehrlich:<br>Die Systemtheorien haben uns organisatorisch bislang nicht wirklich weitergebracht.<br><br>Mitten im Komplexen sollen sie uns jetzt helfen, die Management-Modelle zeitgemäß zu bekommen, doch alles, was sie uns sagen können, ist:<br><br>„Es ist halt komplex!“<br><br>Was weise klingt, dient am Ende als Offenbarungseid:<br>Mitten rein in den postmodernen Treibsand.<br><br>Man spricht von „Demut vor der Praxis“ und sagt dabei doch nur:<br>„Na, die Theorie nützt uns da nichts, so hoch steht sie!“<br>Wunderbar. Hauptsache handlungsunfähig.<br>Man zitiert sie auf Stelzen herbei, doch am Ende ist es one-o-one der längst bekannte alte Kram.<br><br>Dabei sind wir eigentlich schon viel weiter und scheitern derzeit an was ganz anderem:<br>Fehlender Einfachheit.<br>Ernsthaft!<br><br>Die junge Katze turnt kompliziert herum, um die Maus zu fangen.<br>Die alte sitzt gemütlich vor dem Mauseloch und weiß: "Wenn's regnet kommt sie raus!"<br>So verhält es sich auch mit der Systemtheorie:<br>Sie ist älter geworden.<br><br>Mir ist völlig klar, dass ich mich hiermit auf kochend heißen Sand begebe. So mancher wird mich vermutlich schon einmal insgeheim wieder von der Einladungsliste zum Abendessen streichen, denn:<br><br><strong>Jetzt will ich mit Ihnen über Mathematik reden.</strong><br><br>Der Punkt ist dieser hier:<br>Systemtheorie und moderne mehrwertige Logik sind genau das, wonach Alle suchen. Ein völlig neuer Ansatz, uns in Komplexität sicherer zu orientieren.<br>Dafür müssen wir allerdings ein paar Einsichten mitnehmen und die beiden zusammenbringen.<br>Was wir gemacht haben.<br><br>Meist gilt:<br>Der logische Kalkül ist nicht zu kompliziert für die meisten Menschen, sondern die meisten Menschen denken viel zu kompliziert für den Kalkül.<br><br>Das ist ja schon einmal shocking, denn das heißt:<br><strong>Um gut organisieren zu können, müssen wir lernen weniger zu denken, regelgeleiteter, überprüfungsbereiter.<br></strong><br>Wir können heute mit Systemforschung zeigen, dass allen Menschen Mathematik in die Wiege gelegt wurde. Und ich meine Allen.<br><br>Das heißt: Das ist eine unserer evolutionären Errungenschaften!<br>Im Klartext: Auch wenn Sie mir das noch nicht glauben, aber wenn ich erstmal loslege und Ihnen zeige, wie die Logik der Evolution funktioniert, werden Sie mir irgendwann genau deshalb folgen können, weil Sie längst Meister darin sind. Sie haben nur noch nicht gewusst, wie Sie das reflektieren können.<br><br>Doch, wofür ist das eigentlich wichtig?<br><br>So ziemlich für alles, vor allem aber für Management und Organisation.<br>Schließlich sollten wir doch besser wissen, wie wir funktionieren, oder?<br><br><strong>Warum?</strong><br><strong>Weil wir es im Komplexen einfacher machen müssen, nicht komplizierter.</strong><br><br>Einige Systemtheorien des 20. Jahrhunderts sind natürlich beeindruckend in ihrer ganz eigenen komplizierten Ästhetik, aber sie haben auch den Nachteil, dass sich so recht aus ihnen keine neuen Handlungsanweisungen ableiten lassen.<br>Jedenfalls kommt von dort her nichts, das über Allgemeinplätze hinaus ginge. Und vieles davon ist so unklar, dass der ganzen Anhängerschaft dazu nichts Besseres einfällt, als ins gemeinschaftliche Mantra einzustimmen „Das ist das Konsistenteste, was es gibt!“ - womit vermutlich eher „Kohärenz“ gemeint sein soll, aber das ist nochmal ein anderes Problem.<br><br>Irgendwann weiß man das aber auch, dass man damit nicht weiterkommt, und möchte gern im Komplexen navigieren und mehr dazu sagen können als „Aber Hierarchien sind auch wichtig!“.<br><br>Und genau hier kommt die Kybernetik- und Systemtheorie-Forschung des 21. Jahrhunderts ins Spiel, die zuerst einmal zeigt:<br><br>Alle komplexen Entscheidungssysteme, und Organisationen sind Entscheidungssysteme, funktionieren nach den gleichen universellen Merkmalen.<br><br><strong>Einfacher gesagt: Sie folgen den gleichen Spielregeln.</strong><br><br>Kunststück: Sie folgen nämlich alle Evolution.<br>Und diese Spielregeln lassen sich FORMlogisch modellieren.<br><br>Was auf biologischer Ebene aufsetzt, setzt sich psychisch und sozial fort.<br><br>Evolution passiert unter Gravitation. Das hat eine eigene Logik. Mit der wir arbeiten können.<br><br>Wir wissen mittlerweile: Alle Komplexität setzt auf einfachste Grundbausteine auf, beziehungsweise komplexe lebende Systeme bauen sich auf einfachste Weise ihre eigenen Bausteine zusammen, und aus diesen wiederum verbauen sich auch so komplexe Teilsysteme wie eben Organisationen. Sobald wir die „Bausteine“ und die „Spielregeln“ kennen, können wir modellieren, wie solche Systeme funktionieren. Das heißt: Wir können einen Blick in Ihre kognitive und kommunikative Leistung werfen. Hammer aber auch. Jetzt entkommen Sie uns nicht mehr :)<br><br>Kennt man diese „Bausteine“ und weiß, welche verschiedenen Systeme sich aus ihren Kombinationen ergeben, lassen sich darüber alle hiermit, also von ihrer Formkonstruktion abhängigen, denkbaren Systeme rekonstruieren und modellieren. Und wir meinen hier wirklich alle komplexen Entscheidungssysteme. Ausnahmslos. Da sind wir unverschämt unbescheiden.<br><br>Wir nutzen diese Logik der Evolution dafür und können damit sogar Computeremulationen Ihrer Kommunikationssysteme laufen lassen.<br>Wir können Emulationen laufen lassen, die zeigen, wie Sie entscheiden und was für Systeme sich daraus ergeben, bzw. ob und wie sich die Systeme davon anregen lassen. Darüber können wir bewerten, wie funktional Ihre Entscheidungen, bzw. die sich entscheidenden Systeme in ihren jeweiligen Kontexten sind.<br><br>Und Sie können das auch.<br><br><strong>Werden wir einfacher, statt komplizierter:</strong><br><br>Es gibt nur 6 „Bausteine“ der Kommunikation.<br>Und es gibt nur 4 Arten von Systemen, die sich aus ihrer Kombination ergeben.<br><br>Damit steht Management dank modernster Systemforschung nicht mehr vor „Es ist komplexer!“, sondern kann eben diese beobachtbare Komplexität abbilden, einsortieren und darüber überlegen:<br><br>„Ist es das, was wir hier wollen?“<br>„Oder wollen wir nicht eine andere Art von System haben?“<br>„Was funktioniert für uns am besten?“<br><br>Und dann gilt es auszuwählen. Doch, selbst das geschieht nicht einfach so ohne Regeln!<br><br>Tatsächlich hat sich gezeigt: Es gibt über diese „Bausteine“ direkte Verbindungswege zwischen den verschiedenen vier Arten von Systemen.<br><br>Es gibt also kurze Wege und lange Wege.<br><br>Wer den direkten Weg wählt, wählt den Weg niedrigster Kosten und niedrigsten Energieverbrauchs.<br><br><strong>Kommunikationsenergie ist Wirtschaftsenergie!</strong><br>Gutes Management ist immer wirtschaftliches Management.<br><br>Diese direkten Wege kann man lernen.<br>Es ist keine Raketenwissenschaft, sondern ein System aus nur 6 „Bausteinen“ und 4 Grundarten.<br><br>Es gibt nur 64 mögliche Systeme, und die meisten davon sind monoton.<br><br>Noch nie waren Management und Kommunikationsorganisation so einfach!<br><br>Und das alles dank Mathematik.<br><br>Warum das so funktioniert?<br>Weil wir so funktionieren!<br><br>Das ist der ganze Trick.<br>Und wir können ihn Ihnen beibringen.<br><br>Denken Sie dran: 6 Grundbausteine, 4 Grundarten.<br>So schwer kann das ja gar nicht sein, oder?<br><br>Geht dabei Komplexität verloren?<br>Na hoffentlich!<br>Wir schneiden alles weg, was wir hier für uns nicht brauchen. <br>Das ist Reduktionismus in seiner schönsten Form.<br><br>Wer allerdings mit seiner Systemtheorie auf Macht gehofft hat, Abhängigkeit über Kompliziertheit erschafft, dem müssen wir leider sagen: Sorry, aber das hier ist so einfach, das kann jeder lernen.<br>Die Zeiten des „Unverständlichen Herrn Luhmann“, die sind vorbei. Es ist nicht mehr weise, darauf zu verweisen, dass sich etwas auch anders ausspielen kann. Das wissen wir nun alle. Heute wollen wir wissen, wie wir Komplexität navigieren können, richtig?<br><br>Wir wissen ja schon: Es sind komplexe Systeme.<br><br>Wer daraus aber folgern will, man könne daraus eben auch keine Vorhersagen ableiten, der hat ja keine Ahnung, was moderne System- und Kybernetikforschung alles kann.<br><br>Natürlich können wir nicht auf den Punkt vorhersagen, wer genau was genau wann genau sagen wird. Das müssen wir aber auch nicht. Uns reicht, wenn wir sowas hier feststellen können: „Dies hier, das ist ein System der Art „Komplexes Driften“, und das schadet uns hier. Wir brauchen hier ein System der Art „Silokreativität“. Wenn wir das bekommen, sind wir produktiver, und dafür gehen wir den Weg der FORMline X, und dann haben wir es auch.“<br><br>Garantiert dies, dass dieses System nun brav tut, was wir wollen?<br>Sicher nicht.  Aber, wir können den Rahmen bestimmen, innerhalb dessen es sich bewegen wird, solange es seine Form nicht ändert.<br><br>Und das ... ist verdammt viel!<br><br><strong>Die Systemtheorie der Zukunft ist die Systemtheorie für Dummies.</strong><br><br>Es geht um die einfältigen Berater, Manager, Leader.<br>Die komplizierten kosten uns viel zu viel Geld, Zeit und Energie.<br>Kompliziert kann jeder.<br><br>Einfachheit, das ist die große Kunst.<br>Einfältigkeit – das ist Verzicht auf Krummklugheit.<br><br>Die Maschinen werden uns alles abnehmen, was sich automatisieren lässt.<br>Doch das Chaos navigieren und managen, das werden sie noch eine ganze Weile nicht können.<br>Und das ist die gute Nachricht.<br><br>Also: Lassen Sie uns einfältiger werden.<br>Dann haben wir auch eine Zukunft.<br>Steigen wir uns selbst aufs Dach.<br>Von dort ist die Aussicht besser.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kontingenz hat Härte - sie ist nicht beliebig]]></title><description><![CDATA[<p>Der Kontingenz-Begriff ist mittlerweile weit bekannt.<br><br>Was allerdings oft fehlt, ist klare Referenz.<br><br>Erkenntnis zeigt sich in der Verbindlichkeit fürs Handeln.<br><br><br>Steigen wir daher noch einmal ein, damit "Kontingenz" von eindimensionaler Beliebigkeit getrennt werden kann.<br><br>Der mathematische/kybernetische Begriff von Kontingenz ist schnell gezeigt:<br><br><strong>Das Ergebnis der mathematischen Formel kann</strong></p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/kontingenz-hat-harte-sie-ist-nicht-beliebig/</link><guid isPermaLink="false">664317e2f4c20e753433cc93</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Tue, 14 May 2024 07:52:31 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Der Kontingenz-Begriff ist mittlerweile weit bekannt.<br><br>Was allerdings oft fehlt, ist klare Referenz.<br><br>Erkenntnis zeigt sich in der Verbindlichkeit fürs Handeln.<br><br><br>Steigen wir daher noch einmal ein, damit "Kontingenz" von eindimensionaler Beliebigkeit getrennt werden kann.<br><br>Der mathematische/kybernetische Begriff von Kontingenz ist schnell gezeigt:<br><br><strong>Das Ergebnis der mathematischen Formel kann verschieden sein.</strong><br><br>Wenn ich schreibe A = A, dann kommt, setze ich für A “Wahr” ein, dabei heraus:<br>Wahr = Wahr.<br><br>Setze ich für A “Falsch” ein, kommt dabei heraus:<br>Falsch = Falsch.<br>Auch das ist Wahr.<br><br>Schreibe ich A = nicht A, dann kommt, setze ich für A “Wahr” ein, dabei heraus:<br>Wahr = Falsch, was Falsch ist.<br><br>Setze ich für A “Falsch” ein, kommt dabei heraus:<br>Falsch = Wahr, was ebenfalls Falsch ist.<br><br>Das Erste wird “Tautologie” genannt, das Zweite “Widerspruch”.<br><br>Wenn ich schreibe "Entweder A oder B", ist diese Aussage in zwei Fällen wahr und in zwei Fällen falsch:<br>Entweder A ist wahr<br>oder B ist wahr.<br><br>Woraus sich ergibt: Es gibt vier Möglichkeiten: zwei wahre und zwei falsche.<br><br>Die Formel ist kontingent.<br><br>Schreibe ich ein einschließliches Oder: "A oder B", ist diese Aussage in drei Fällen wahr und in einem Fall falsch:<br>Nur in dem Fall, dass A und B Falsch sind, ist die Aussage falsch – in allen anderen drei Fällen ist sie wahr.<br><br><strong>Der Kontingenzraum wird durch die Kombination der möglichen wahren und falschen Aussagen bestimmt.</strong><br><br>Beim systemtheoretischen Begriff von "Kontingenz" sieht es ähnlich aus.<br>Schauen wir dafür zunächst in den Begriff:<br><br>"Kontingenz" bedeutet: weder notwendig, noch unmöglich.<br>Einfacher gesagt: auch anders möglich.<br><br>Das hat nichts mit Beliebigkeit zu tun, sondern mit der Frage, welchen Möglichkeitsraum die Leitdifferenz öffnet - und schließt.<br><br><strong>"Leitdifferenz" meint die Differenz, welche hier unsere Beobachtungen organisiert.</strong><br><br>Wenn ich hungrig bin, bestimmen Notwendigkeit und Unmöglichkeit meinen Handlungsraum. Sie sind nicht beliebig. Ich kann hier nicht einfach für "durstig" einsetzen und glauben, diese Freiheit hätte ich.<br><br>Die Leitdifferenz bestimmt den Kontingenzraum.<br>Hier ergeben alle Möglichkeiten, welche die Leitdifferenz bedienen, diesen Raum.<br>"Ach, dann faste ich jetzt einfach mal!" gehört nicht dazu!<br><br>Es geht schon darum, bestimmen zu können, was alles genau dieses durch die Leitdifferenz bestimmte Problem löst - und was nicht.<br><br>Wenn ich ein spezifisches Problem mit unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten habe, und diese lösen alle das Problem, dann sind diese Lösungsmöglichkeiten kontingent: kontingent für die Lösung des Problems.<br><br>Nehme ich jetzt aber Verhaltensweisen dazu, welche das Problem gar nicht lösen, und bezeichne diese ebenfalls als “kontingent” in Bezug auf das Problem, dann produziere ich einen Widerspruch – und nicht nur einen logischen Widerspruch, sondern auch einen Widerspruch in meinen Handlungsmöglichkeiten, denn die Lösungsmöglichkeiten, die ich als “kontingent” beschrieben habe, lösen das Problem eben nicht.<br><br>Brandbeschleuniger ins Feuer zu gießen, ist kein kontingenter Lösungsansatz, um das Feuer zu löschen.<br><br>Ebenso ist, Wirtschaftsunternehmen einfach zu eigenständigen Lebensformen zu erklären, kein Lösungsansatz, um ihr Überleben zu sichern, sondern eine sichere Methode, um sie zu destruieren.<br><br>Bei komplexen Problemen zählen zum Kontingenzraum auch Unbestimmte, das ist klar. Aber auch daraus folgt nicht, dass ich einfach so an der Leitdifferenz herumschrauben kann.<br><br>Wer das tut, der schränkt die Herausforderung, den Kontingenzraum zu bestimmen, ein. Er weicht auf Relativismus aus, sprengt einfach mal den Raum ins Unklare und tut so, als hätte er diese Freiheit.<br><br>Das ist einer der Gründe, warum immer noch so Viele glauben, Systemtheorie sei für Organisationen und Gesellschaft nutzlos.<br><br>Mit dem Pol "Beliebig/Linear" argumentiert es sich natürlich gut rhetorisch unter Leuten, die sich nicht auskennen, aber wer tatsächlich etwas erreichen will, der will von uns konkretere Antworten als "Na, es ist eben komplex!"<br><br>Natürlich gibt es im Rahmen der Leitdifferenz bei komplexen Problemen auch Unbestimmte: Dinge, von denen wir nicht wissen, ob sie der Fall sind oder nicht und von denen wir nicht einmal wissen, ob wir je wissen, was sie sind.<br><br>Doch dies können wir einkalkulieren, und es ändert immer noch nicht unsere Leitdifferenz.<br>Im Gegenteil, dies zwingt uns ins Handeln, denn wenn ich nicht weiß, ob mir jemand aus meiner Hunger-Misere hilft, muss ich andere Möglichkeiten schaffen. <br><br>Hier wird es konkret.<br>Hier können wir fragen: “Und, könnt Ihr schon den Kontingenzraum einigermaßen bestimmen und uns sagen, welche Möglichkeiten Eurer Ansicht nach alle zum Ziel führen werden und welche nicht?”<br><br>Hier muss ich die Bedingungen für das Zustandekommen der Lösungen bezeichnen.<br>Hier muss ich gleichermaßen kreativ wie konkret werden und kann mich nicht mehr herausreden, indem ich die Leitdifferenz ändere.<br><br>Ich kann natürlich versuchen, eine andere Leitdifferenz auf einer Metaebene zur Problemleitdifferenz zu schaffen, die mir einen noch größeren Kontingenzraum öffnet, aber wenn ich das tue, muss ich auch das gut begründen können.<br><br>Ich kann sagen: “Dann faste ich eben eine Weile!” und beantworte dann die Frage der Leitdifferenz einer anderen Ebene: “Welche Perspektiven gibt es auf Hungermodus?”<br><br>Aber, ich muss das begrifflich klar und scharf tun, denn auf “Hunger” ist Fasten keine Antwort, wie jeder Fastende weiß. Fasten ist eine Antwort auf Appetit, aber nicht auf Hungerempfinden, das ein Überlebensproblem signalisiert. Jemand, der verhungert, wird nicht durch Fasten überleben.<br><br>Wir unterscheiden also begrifflich zwischen “Kontingenz” und “Perspektivwechsel”.<br><br>Wer das nicht tut, wird sich schwer damit tun, komplexe Probleme auf höheren Komplexitätsstufen lösen zu können.<br><br>Mehrdimensionalität allein macht nämlich, wie wir im Komplexitätsmanagement-Modell gezeigt haben, die Stufen allein nicht aus.<br><br>Höher differenzieren zu können und Tempo dabei zu erreichen, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.<br><br>Wer aber “Kontingenz” und “Beliebigkeit” in einen Topf wirft, der wird im Zweifelsfall nie darüber hinauskommen, immer nur “kompliziert” und “komplex” zu unterscheiden, weil er oder sie bei allen komplexen Problemen das Problem hat, den Kontingenzraum nicht höher bestimmen, nicht höher auflösen, nicht höher differenzieren zu können.<br><br>Das aber ist evolutionär wichtig: Der Möglichkeits- oder Kontingenzraum enthält hier beim Hunger-Problem nämlich auch die Möglichkeit langfristiger Lösungen zum Beispiel im Bereich der Selbstversorgung, von Teambildung im Projekt “Urbane Landwirtschaft” und vieles andere, was denjenigen entgeht, die, sobald sie auf ein Problem mit der Leitdifferenz stoßen, versuchen, dem Ganzen zu kommen, indem sie einfach mal die Perspektive wechseln.<br><br>Das geht nämlich nur, solange es geht.<br><br>Wer im Wohlstand lebt und keine Krisen kennt, der kann da geistig, emotional und körperlich schnell faul werden und es gar nicht mehr merken, dass er/sie hier das Problem nicht löst, sondern sich im Hintergrund darauf verlässt, schon nicht gekündigt oder zumindest sozial aufgefangen zu werden.<br><br>Ein gesunder Kontingenz-Begriff ist krisenrelevant.<br>Er zwingt uns nicht nur dazu mehr zu sehen und konkret zu werden, sondern auch mehr Möglichkeiten realisierbar zu machen.<br><br>Aus Perspektive des Komplexitätsmanagement-Modells (C2M) fassen wir den Versuch, der Härte von Kontigenz zu entkommen, als Versuch auf Komplexitätsstufe 2, der aber, weil er so standardisiert kommt, als Komplexitätsstufe 0 degeneriert.<br><br>“Ich bin damit konfrontiert, mir etwas einfallen lassen zu müssen? Ändere ich doch einfach das Problem!”<br><br>Sobald man so etwas standardisiert macht und als “Kreativität im Komplexen” verkauft, landet man in Ausweichprogrammen. Es geht nicht mehr darum, in Welt Lösungen ernster Probleme zu finden, sondern der Ernsthaftigkeit zu entkommen, solange man kann.<br><br>Höheres Komplexitätsmanagement hat immer damit zu tun, sich selbst dazu herauszufordern, Neues zu lernen.<br><br>Wir leben in einem relativen Universum. Das heißt, es gibt kein übergeordnetes Bezugssystem, an dem wir alle anderen Bezugssysteme bemessen können. Wäre dem so, wäre unser Leben vielleicht viel einfacher. Aber, das ist es eben nicht. Es ist komplex:<br><br>Wollen wir Veränderung in einem Bezugssystem initialisieren, können wir das nur in Relation zu den Einschränkungen, die durch die anderen Bezugssysteme verursacht werden und multikausal umgekehrt.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Pogofähigkeit]]></title><description><![CDATA[<p>Pogo ist getanzter Punk.</p><p>Es geht dabei</p><blockquote>um die grundsätzliche Fähigkeit, starke Emotionen und Aggression ausdrücken zu können und<br>um grundsätzliche Hilfsbereitschaft, so jemand verletzt zu werden droht. </blockquote><p>Pogo ist ein anarchischer Tanz, außerordentliches Gefühl für sozial unverstellte, in meiner Sprache "unvermurkste" Individualität, die tief aus sich selbst schöpft, tief</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/pogofahigkeit/</link><guid isPermaLink="false">6641dc1ef4c20e753433cc88</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Mon, 13 May 2024 09:26:08 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Pogo ist getanzter Punk.</p><p>Es geht dabei</p><blockquote>um die grundsätzliche Fähigkeit, starke Emotionen und Aggression ausdrücken zu können und<br>um grundsätzliche Hilfsbereitschaft, so jemand verletzt zu werden droht. </blockquote><p>Pogo ist ein anarchischer Tanz, außerordentliches Gefühl für sozial unverstellte, in meiner Sprache "unvermurkste" Individualität, die tief aus sich selbst schöpft, tief in sich selbst forscht und das auf emotionaler Ebene.<br><br>Gleichzeitig ist Pogo ein Tanz, bei dem es wegen Unvermeidbarkeit körperlich, geistig und emotional bedrohlicher Begegnung und Verletzung darum geht, Unversehrtheitsrechte Aller zu schützen.<br><br>Pogo gilt als Ausdruck offener, direkter, emotions- und aggressionsbereiter Begegnung, als Ausdruck offener, direkter, emotions- und aggressionsbereiter Individualität mit praktiziertem Sinn für eben diese Freiheit Anderer.<br><br>Es ist ein Tanz, in welchem Kooperation nicht durch passive Aggression und gesellschaftliche Tabus gehemmt wird, in dem Raum ist für jeden sich zu zeigen, während gleichzeitig Bad Boys, welche Kooperationsbereitschaft Anderer für eigene Raumzwecke auszubeuten verstehen, kollektiv die Tür gewiesen wird.<br><br>Im Pogo ist kein Platz für die Dunkle Triade aus Narzissmus, Machiavellismus und subklinischer Psychopathie:<br><br>Der Pogotänzer lacht Bad Boys in wilder Selbst- und Fremdbereitschaft offen aus und entgegen. Er ist die Wild Card im sozial gedämpften Raum. Er ist grundsätzlich und daher bei Ungerechtigkeit vollkontakt-fähig.<br><br>Soziales Miteinander lässt sich als Spiel fassen, in welchem die Spielregeln das Verhalten, den Tanz der Mitglieder der Gruppe bestimmen.<br><br>Pogofähigkeit bedeutet, die Spielregeln entlang der Organisationsziele der Gesellschaft - so diese als freiheitlich demokratisch akzeptiert werden müssen - durch zwei Grundrechte für Alle zu begrenzen:</p><ol><li> 	Das Recht auf 	aktiven, andersartigen, aggressionsbereiten, emotionsbereiten 	Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. 	</li><li> 	Das Recht auf 	aktiven, aggressionsbereiten, emotionsbereiten Schutz bei 	Sichtbarwerdung eigener Hilfsbedürftigkeit. </li></ol><p>Pogofähigkeit kann folglich Pogofähigkeit nicht einfordern.<br>Wohl aber wird jeder, der für sich "Pogofähigkeit" in Anspruch nimmt, genau dieses Verhalten zeigen:<br><br>Er/sie wird an der eigenen andersartigen, individuellen Aggressions- und Emotionsbereitschaft arbeiten und in Vollkontakt zu Anderen gehen, auch wenn das bedeutet, dass es zu blauen Flecken kommt.<br><br>Er wird sofort, wenn sie beobachtet, dass jemand Anderer hilfsbedürftig wird, zurückspringen, Raum geben und Hilfsbereitschaft nach Maßgabe der individuellen Bedürfnisse des Pogopartners signalisieren.<br><br>Pogofähigkeit funktioniert fundamental freiheitsethisch.<br>Emotionale und aggressive Ausdrucksschwäche hat keine Macht im Pogo.<br><br>Das bedeutet: Im Pogo gibt es keine Möglichkeit, passiv-aggressiven Emotionsmüll in seiner soziale Umwelt zu verklappen, um darüber Macht über andere, über Gruppendynamik, FORM der Systeme auszuüben.<br><br>Wer Pogofähigkeit trainiert, trainiert rhetorische und rationale Analyse.<br><br>Jeder hat das Recht darauf emotional zu werden – keiner hat darüber das Recht über Andere.<br><br>Es ist ein Selbstausdruck, er kann zu Verletzungen führen, die werden versorgt, dann wird weitergepogt.<br><br><strong>Seminar bei Formwelt Academy:</strong><br><a href="https://www.formwelt.io/institute/pogofahigkeit/">https://www.formwelt.io/institute/pogofahigkeit/</a><br><br><strong>Weiterführende Links:</strong><br><br>Komplexitäts-Management-Modell (C2M):<br><a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen">https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen</a><br><br>Einführung in Realkonstruktivismus:<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=vxw3PecfNAM&amp;t=2s">https://www.youtube.com/watch?v=vxw3PecfNAM&amp;t=2s</a></p><p><br></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Böllerverbote oder systemische Lösungen]]></title><description><![CDATA[<p>Legen Sie eine systemtheoretische Perspektive an die <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=silvesternacht&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Silvesternacht</a> 2023 und <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=b%C3%B6llern&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Böllern</a>, die steigenden Zahlen der Rettungseinsätze, wie die Angriffe auf Einsatzkräfte an.<br><br><strong><a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=wirklichkeitsemulation&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Wirklichkeitsemulation</a>:</strong><br>Allen Ursachen voran stehen fehlende Komplexitätsmanagementfähigkeiten Vieler in der Emergenz.<br><br>Es fehlt grundlegend an systemischer Bildung.<br><br>- Überfordert mit <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=pandemie&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Pandemie</a> und <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=metakrisen&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Metakrisen</a><br>- überfordert von Symmetrischen Konflikten</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/boller-und-andere-verbote/</link><guid isPermaLink="false">63b1d773f4c20e753433cc57</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Sun, 01 Jan 2023 19:02:13 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Legen Sie eine systemtheoretische Perspektive an die <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=silvesternacht&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Silvesternacht</a> 2023 und <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=b%C3%B6llern&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Böllern</a>, die steigenden Zahlen der Rettungseinsätze, wie die Angriffe auf Einsatzkräfte an.<br><br><strong><a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=wirklichkeitsemulation&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Wirklichkeitsemulation</a>:</strong><br>Allen Ursachen voran stehen fehlende Komplexitätsmanagementfähigkeiten Vieler in der Emergenz.<br><br>Es fehlt grundlegend an systemischer Bildung.<br><br>- Überfordert mit <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=pandemie&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Pandemie</a> und <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=metakrisen&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Metakrisen</a><br>- überfordert von Symmetrischen Konflikten in den Social Media, Medien und Politik<br>- überfordert von populistisch-eindimensionalem Rhetorik-Bombardement durch politische und auch Wirtschafts-<a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=leader&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Leader</a><br>- überfordert durch die <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=emergenz&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Emergenz</a> selbst<br>- überfordert von fundamentalen Veränderungen in System und Umwelt <br><br>entladen sich angebliche Freiheitsprobleme, die sich aber bei genauerem Hinsehen als Offenbarungseid unserer Gesellschaft entpuppen.<br><br>Hinzu kommen wirtschaftliche und ökologische Abhängigkeiten, welche die Lernbereitschaft in der Bevölkerung zusätzlich senken.<br><br>Wir können jetzt hingehen und ein weiteres Mal über ein <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=b%C3%B6llerverbot&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Böllerverbot</a> diskutieren - und das ist zur Schadenseingrenzung in gewissen Rahmen sogar sinnvoll.<br><br>Doch solche Verbote stopfen die Löcher nur unzulänglich, weil sie die Ursachen der Probleme nicht bekämpfen. Sie konzentrieren sich auf Symptome, die woanders herrühren.<br><br>Nehmen Sie die <strong>Eskalationen</strong> in den Symmetrischen Konflikten in den Social Media ernst. Es sind Warnsignale einer Gesellschaft, welche die Zeit, in der sie lebt, nicht begreift, beziehungsweise deren Menschen die Wörter und Zeichen nicht haben, die sie brauchen, um die Veränderungen zu beschreiben, die sie überall umgeben.<br><br><strong><a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=emergenz&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Emergenz</a> bedeutet: aktive Reproduktion einer ANDEREN Komplextät.</strong><br><br>Was glauben Sie, was passiert, wenn Gesellschaften mit Menschen, die mit Komplexität weitenteils unter Stress nur eindimensional umgehen können, mit anderen Komplexitäten konfrontiert sind?<br><br>Was glauben Sie, was diese Menschen tun, wenn sie mit Situationen zu tun bekommen, deren FORMen (Inhalte UND Kontexte) sie nicht begreifen und die gelernt haben, dass wenn sie in Komplexität mehrdimensional vorgehen, sie dafür von ihren Peergroups abgestraft werden?...<br><br>Staunen Sie nicht über Menschen, die in solchen Zeiten eskalieren.<br><br>Staunen Sie lieber darüber, warum Sie das nicht schon vor 30 Jahren haben kommen sehen und angefangen haben, etwas dagegen zu tun.<br><br>Unser Beitrag: <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=formwelt&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A7015388640784588800">Formwelt</a><br>Helfen Sie uns zu helfen:<br><a href="https://formwelt.io">https://formwelt.io</a><br><strong>Eine Sprache - Viele Menschen</strong></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Warum es eine gute Idee ist, wenn Sie über Systemforschung 2.0. Bescheid wissen - Teil 1]]></title><description><![CDATA[<p>Ein Faktor:<br><br>Nehmen wir an, da ist dieses Paar, das streitet immer wieder, wenn etwas Bestimmtes passiert.<br>Sie lösen nach und nach einige wichtige Probleme, und dieses Bestimmte tritt immer weniger auf, und doch streitet sich unser Paar sogar dann noch weiter, wenn es gar nicht mehr auftritt.<br><br>Oder:<br><br>Da</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/warum-es-eine-gute-idee-ist-wenn-sie-uber-systemforschung-2-0-bescheid-wissen/</link><guid isPermaLink="false">620cc34ff4c20e753433cc1b</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Wed, 16 Feb 2022 09:37:29 GMT</pubDate><media:content url="https://gitta-peyn.de/content/images/2022/02/cold-front-g97b49b258_1920.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://gitta-peyn.de/content/images/2022/02/cold-front-g97b49b258_1920.jpg" alt="Warum es eine gute Idee ist, wenn Sie über Systemforschung 2.0. Bescheid wissen - Teil 1"><p>Ein Faktor:<br><br>Nehmen wir an, da ist dieses Paar, das streitet immer wieder, wenn etwas Bestimmtes passiert.<br>Sie lösen nach und nach einige wichtige Probleme, und dieses Bestimmte tritt immer weniger auf, und doch streitet sich unser Paar sogar dann noch weiter, wenn es gar nicht mehr auftritt.<br><br>Oder:<br><br>Da ist jemand, der wird bei bestimmten Anlässen emotional.<br>Die Anlässe treten in mehr oder weniger bestimmbaren Abständen auf zu mehr oder weniger bestimmbaren Zeiten.<br>Nach und nach nehmen die Anlässe ab, und doch wird dieser Mensch in diesen mehr oder weniger bestimmbaren Abständen zu mehr oder weniger bestimmbaren Zeiten emotional.<br><br>Und dann:<br><br>Haben wir da ein Unternehmen, das zu bestimmten Zeiten immer wieder gehäuft interne Konflikte und Kleinkrisen beobachtet, die es versucht mit bestimmten Faktoren in Zusammenhang zu bringen. Doch nach einer Weile beobachten Einige, dass obwohl die Faktoren nicht da sind, die Konflikte und Kleinkrisen dennoch auftauchen.<br><br>Entsprechendes in Gesellschaften und nationalen und globalen Konflikten, wie zum Beispiel beim Jugoslawien-Krieg damals, der war nämlich für diejenigen vorhersagbar, die sich mit Hintergründen und Historie und somit mit den FORMen von Konfliktrhythmisierungen auskennen.<br><br>Was geschieht da?<br><br>Viele FORMen von Kognition und Kommunikation, also einfacher gesagt von Denken und Miteinander (und dazu zählen wir Gefühle und Emotionen mal dazu), folgen spezifischen Rhythmen, beziehungsweise entwickeln spezifische Rhythmisierungen des Systems, und in ihrem und aus ihrem Zusammenspiel von Körper, Geist und Team, Organisation oder Gesellschaft kann folgen, dass bereits die Erwartungshaltung dazu führt, dass die FORMen selbst dann noch laufen, wenn damit verbundene äußere Faktoren weggefallen sind.<br><br>So stellt sich Körperchemie zum Beispiel auf wiederkehrende Intensitäten, ausgelöst durch Emotionen, so ein, dass passieren kann, dass die Körperchemie der Emotionsuhr nun so folgt, dass nicht die Emotion zuerst als Reaktion auf äußere Faktoren auftritt, sondern die Körperchemie in Erwartung der Emotion nun wiederum die Emotion auslöst, statt auf sie zu reagieren.<br><br>Dasselbe können wir bei Partner-Streits sehen, wo Einzelpsychen Streit auch dann noch erwarten, wenn die äußere Ursache für den Auslöser weggefallen ist, so dass die Erwartung zum Auslöser wird und bei komplexeren Systemen wie Organisationen, dass sich Kommunikationserwartung auf sich selbst einrichtet und einstellt und dadurch die Probleme überhaupt erst verursacht, die sie zu beseitigen versucht.<br><br>Wir gehen mittlerweile davon aus, dass wir in Gesellschaft solche und andere Rhythmisierungen wie Wetter und Klima beobachten können, was den amüsanten Vergleich nahe legt, dass gutes Management, gute Politik und gelingende Kommunikationsorganisation viel mit Meteorologie gemein haben.<br><br>Leader, Manager, Berater, Organisationsdesigner, Politiker, Systemische Therapeuten  und Coaches ... können mit Hilfe der Formwelt-Forschung Rhythmisierungen in Kommunikationssystemen und menschlichen Psychen beobachten und darüber Rahmenvorhersagen machen, welche Entwicklung wahrscheinlich ist.<br><br>Langfristig könnte diese Forschung globale, aber eben auch lokale Kommunikationsentwicklungen und Emotionsentwicklungen wie Wetter und Klima untersuchen, dazulernen und am Ende zu vergleichbarer Vorhersagetiefe kommen. Die SelFis und Crazy Machines können das möglich machen.<br><br>— <br><br><strong>Links:</strong><br><br>https://formwelt.net<br><a href="https://www.carl-auer.de/magazin/search/How%20does%20System%20function">https://www.carl-auer.de/magazin/search/How does System function</a><br><br><strong>Ausbildung:</strong><br><br>Schnupperseminare FORMWELT: <a href="https://www.formwelt.net/schnupperseminare">https://www.formwelt.net/schnupperseminare</a><br>Erste Hilfe für Systeme: <a href="https://systemkata.de">https://systemkata.de</a> (ab 22.02.2022)<br>Intensivausbildung: <a href="https://www.formwelt.net/lernen">https://www.formwelt.net/lernen</a><br><br></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Leadership und Sprache]]></title><description><![CDATA[<p>Nicht nur an Rhetorik, sondern auch an Folgerichtigkeit und Umsichtigkeit der Argumentation(sketten), der Art und Weise, wie Wörter zueinander gesetzt werden, wie Artikel und Substantive verbunden werden - und natürlich daran, wie dicht die Konzeptreferenzen konstruiert sind - lässt sich erkennen, wie klar jemand denken kann, wie systemisch und</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/leadership-und-sprache/</link><guid isPermaLink="false">620a1c2ff4c20e753433cbf4</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Mon, 14 Feb 2022 09:15:12 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Nicht nur an Rhetorik, sondern auch an Folgerichtigkeit und Umsichtigkeit der Argumentation(sketten), der Art und Weise, wie Wörter zueinander gesetzt werden, wie Artikel und Substantive verbunden werden - und natürlich daran, wie dicht die Konzeptreferenzen konstruiert sind - lässt sich erkennen, wie klar jemand denken kann, wie systemisch und wie komplexitätsbewusst.<br><br>Jemand kann seine Kunst verbergen, aber es geht nicht umgekehrt.<br>Denn du musst wissen, was verborgen werden muss, um einen anderen Eindruck zu erwecken.<br><br><strong>Bis zu einem gewissen Grad lässt sich sogar psychische Stabilität an Sprache ablesen.</strong><br><br>Warum?<br>Weil gut konstruiertes Texten bedeutet, dass sich der Geist dahinter seiner selbst bewusster ist, da er seine Textkonstruktionen und damit seine Gedanken nach klaren Vorgaben reflektieren kann und damit sich selbst (und übrigens auch Andere (Texte)) auf anderem Level zu reflektieren vermag:<br><br>Wenn ich etwas weiß und kann, weiß und kann ich etwas. Dann habe ich etwas, worauf ich mich verlassen kann, eine solide Basis, auf die ich mein Weiterdenken aufsetze.<br><br>Ich baue mein Haus auf solidem Fundament, sorge für gute Statik und elegantes, sozial und ethisch gelungenes Design.<br><br>Dieses Wissen und Können funktioniert grundlegend anders als das von Menschen, die sich selbst auf Komplexitätsstufe 0 reduzieren. Es durchdringt.<br><br>Auch diesen wichtigen Punkt betreffend versuchen Viele, über SoftValues zu gehen, die Reflexion auf Emotionales und Beziehungsgeflechte, soziale Interaktion, auf Trigger, Ängste usw. zu konzentrieren.<br><br>Doch wenn wir uns diejenigen genauer ansehen, die das tun, können wir mit etwas Erfahrung in Sachen Textgestaltung sehen, dass die Reflexion nicht tief genug geht, da sie eben die FORM des Denkens nicht berücksichtigt.<br><br>WeltFORMung ist TextFORMung.<br><br><strong>Wir sind geborene Logiker, Mathematiker, Systemforscher.</strong><br><br>Das zeigen wir mit <a href="https://uformiform.info">uFORMiFORM</a>.<br><br>Wer diese angeborenen Fähigkeiten brach liegen lässt, wird niemals höhere Komplexitätsstufen (<a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen">C2M</a>) erreichen, beziehungsweise halten können.<br><br>Und das bedeutet:<br>Es wird immer an etwas fehlen, um es zu großformatigem Leadership zu bringen.<br>Es wird immer an etwas fehlen, um gelingende Beziehungen aufzubauen, die tatsächlich Neues hervorbringen.<br>Es wird immer an etwas fehlen, um sich selbst wahrhaftig vertrauen zu können.<br><br>Wer sie aber trainiert kann über Textsicherheit und Konzeptklarheit die geistigen und sozialen Qualitäten entwickeln, die Evolution angelegt hat und lernen, aus dem Vollen zu schöpfen.<br><br><a href="https://formwelt.net">https://formwelt.net</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wir haben eine Geisteskrise!]]></title><description><![CDATA[<p>Ich sage jetzt etwas Schockierendes, also:<br><br>Hinsetzen, atmen, lesen, einen Moment warten, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie betroffen sind ...<br><br>Wer wie wir an cutting edge Modellen und Tools arbeitet, welche die systemische Bildungsarmut und Konditionierungsfallen vor allem im Westen als Problem integriert und gelöst, beziehungsweise einen neuen, besser</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/geisteskrise/</link><guid isPermaLink="false">61fcf6eff4c20e753433cba5</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Fri, 04 Feb 2022 10:11:53 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Ich sage jetzt etwas Schockierendes, also:<br><br>Hinsetzen, atmen, lesen, einen Moment warten, denn es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie betroffen sind ...<br><br>Wer wie wir an cutting edge Modellen und Tools arbeitet, welche die systemische Bildungsarmut und Konditionierungsfallen vor allem im Westen als Problem integriert und gelöst, beziehungsweise einen neuen, besser funktionierenden Vorschlag hat, weiß etwas über die überwiegende Mehrheit, das sonst vor allem<br><br>Krisenberater, Krisenmanager, von Gesellschaft abgestoßene Universalgelehrte, K2++ (C2M - Komplexitätsmanagement-Modell), gute Philosophen und Menschen in anstrengenden Sozial-, Pflege- und Medizinischen Berufen wissen:<br><br>Die meisten Menschen - vor allem aus Mittelschicht und Office-Umgebungen - denken, kommunizieren, arbeiten mit Routinen, die zu so weiten Teilen nicht für die Krise taugen, dass sie zu eben diesen weiten Teilen nicht dazu in der Lage sind, funktional nachhaltige Projekte anzufassen, beziehungsweise durchzuführen und durchzuhalten. Sie wissen einfach nichts darüber und wie sie sich über Sozialspiele und Ideologisierungen in Abwärtsschrauben rhythmisieren - und kosten deshalb Organisationen und Gesellschaft viel Zeit und Energie.<br><br>Die wenigen Anderen wissen hingegen aus täglicher anstrengender Erfahrung:<br><br>Sie müssen sich den überwiegenden Teil ihrer Zeit mit Konzepten, Wunschvorstellungen, Routinen und Menschen herumschlagen, die wenig - bis oft sogar keine - Ahnung haben, wie empirisches und heuristisches Vorgehen funktioniert und die auch nicht wissen, dass sie wenig - bis oft sogar keine - Ahnung haben, wie empirisches und heuristisches Vorgehen funktioniert. Sie leiden im Gegenteil an Erfolgsbias und können darüber eine Menge Schaden anrichten. Das ist keine Anklage, sondern einfach eine Feststellung.<br><br>Es handelt sich dabei um Erfahrungen, die jeder macht, der auf einem anderen Level arbeiten und denken muss entweder, weil Mutter Natur ihm/ihr da keine andere Option gelassen hat (was etwas Gutes für das Überleben der Spezies bedeutet) oder weil er/sie an etwas arbeitet, das in solche Erfahrungen führt, solange man nicht vorher schon aufgibt.<br><br>Jeder, der da steht, hat Mobbing- und Ausgrenzungserfahrungen. Sie sind strukturell, systeminhärent. Ihre Funktion: den Status Quo erhalten. Beobachten lassen sie sich auch - und oft besonders - dort, wo Menschen denken, sie dächten besonders progressiv und menschlich. Wir leben in einer Mobbinggesellschaft, die nicht hinreichend reflektiert/weiß, dass sie eine Mobbinggesellschaft ist.<br><br>Das ist, so wie ich das bislang überschauen kann, vor allem ein Wohlstandsproblem, beziehungsweise ein Problem der Art und Weise, wie die Menschheit derzeit im großen Teil Wohlstand schafft, beziehungsweise ein Problem unserer Bildungs- und Konditionierungssysteme. Das ... muss man systemisch sehen.<br><br>Aus Perspektive jener, die etwas von Krisenmanagement wissen und die bereits die Luft der Emergenz atmen können, stecken wir mitten in einer tiefen kognitiv-sozialen Krise - und fast alle sind Teil des Problems.<br><br>Natürlich können wir das über bessere Sozialarchitekturen und systemische Bildungsprogramme anpacken, aber wie jeder weiß, der nachhaltige Krisenarbeit macht: Das wird bis auf wenige Ausnahmen abgestoßen, bis die Krise so angekommen ist, dass es existenziell wird. Was bedeutet: Die Programme werden in Marketingroutinen gerufen, was Qualitätsverluste bedeutet, da diese als Teil der Konditionierungsroutinen funktionieren.<br><br>Das ist das Angebot von Gesellschaft an solche Programme: das oder Mobbing und Ausgrenzung.<br><br>Menschen, die selbstbewusst und integriert auf Komplexitätsmanagementstufe 4 arbeiten und die Qualität halten können, entscheiden sich daher häufig dazu, ihre Sozialkontakte stark zu beschränken und nicht zuzulassen, dass ihre Arbeit korrumpiert wird. Das kann bis zur Verweigerung gehen, überhaupt mit Menschen zu sprechen, die das Niveau nicht respektieren können und die glauben, sie wüssten es besser. Das führt allerdings eher nicht dazu, dass der Rest dazulernt, denn es geht um Sozialspiele, und die können das locker integrieren und zur eigenen Leistungsabwehr zum Entschuldigungsgrund machen.<br><br>Jeder, der hoch qualitativ denkt, merkt, wie seine Leistung sinkt, sobald er/sie länger systemisch eingewickelt ist, beziehungsweise wird. Es werden immer wieder Re-Entries nötig, Überprüfungsschleifen sich daran zu erinnern, um nicht langsam aber sicher dümmer, beziehungsweise nachlässiger zu werden. Das Entsetzen, das mit dieser Erkenntnis verbunden ist, geht tief, denn es bedeutet, dass mit jedem sozialen Eingewickeltsein Verlust an Lebensenergie und Hoffnung verbunden ist und anhaltend Gefahr besteht, unterzugehen.<br><br>Deshalb wird jeder auf diesem Niveau hart daran arbeiten, Menschen zu finden, die da mithalten oder die das wenigstens respektieren können - und/oder beginnen auszubilden.<br><br>Darin liegen Chancen:<br><br>Wirklichkeitsemulation kommt mit Technologien, die uns zusammen bringen können. Gerade die emergente Ära, in die wir eingetreten sind - und in der so klar wird, dass die Meisten nicht wissen, worum es geht - liefert die Chancen, die großen Krisen zu bewältigen. Das ändert aber nichts daran, dass die wenigen Entschlossenen, wie Margaret Mead sie genannt hat, ordentlich zu tun haben, beziehungsweise kontinuierlich aufräumen und aufpassen müssen, dass ihre Arbeit nicht korrumpiert wird.<br><br>Doch dadurch, dass wir heute über räumliche Grenzen hinweg leichter zusammen finden können, bilden wir Kommunikationsmacht, die langsam aber stetig auch dazu führt, dass mehr Menschen erkennen, dass sie anspruchsvolle Theorien, Modelle, Konzepte und Tools im Hintergrund benötigen, um überhaupt gute Arbeit und Kommunikationsleistung erbringen zu können. Der Krisendruck macht wahrscheinlicher, dass Gesellschaft es schaffen kann, den Qualitätssprung zu machen.<br><br>Wer systemische Beispiele für die Herausforderungen benötigt: Einmal einen Blick in NewWork-Systeme werfen, sollte eigentlich reichen.<br><br>Dort, wie so gut wie überall sonst auch, wo Menschen Zeit und Geld übrig haben, nicht empirisch und heuristisch vorgehen zu müssen (sic!), dominieren sehr schnell nicht Ziele, sondern Sozialspiele und Ideologisierungen.<br><br>Jeder Kunde mit einem anspruchsvollen Projekt weiß: Das größte Problem ist nicht Geld, sondern gute Leute zu finden. Es kann Jahre dauern, bis man ein Team zusammen hat, das weiß, wie es seine Konditionierungsmechanismen so reflektiert, dass sie das Projekt nicht mehr stören. Und ich meine Jahre! Da kann natürlich erst einmal keiner was für, aber spätestens dann, wenn das als Problem erkannt wurde, beginnt auch die Verantwortung, es zu bearbeiten.<br><br>Oben drauf kommt ganz besonders in Deutschland egalitäres Denken, das bei jedem kognitiven Unterschied hoch empfindlich reagiert - was geistige Qualität nicht gerade leichter zu erwerben macht, denn sie kann nur mit psychischem Anspruch kommen, also mit dem Anspruch diese Leistung reflektiert zu zeigen. Natürlich hat dieses Denken eine Geschichte, nämlich den Nationalsozialismus. Das macht es verständlicher, aber nicht besser.<br><br>Ein Beispiel, das die systemischen Hintergründe beleuchtet und das uns klar machen kann, dass wir bei so gut wie jedem Gespräch, das wir führen, mit "dem System" sprechen: die Lebensmittelindustrie.<br><br>Durch den Druck, den die großen Monopolisierer auf die Märkte ausüben, sind die Gewinnmargen so gering geworden, dass dieser Druck nun bei ihnen wieder ankommt: Sie werden zu ihrem eigenen Problem, und sie geben das an jeden weiter, der mit ihnen zu tun hat - auch ihre Kunden. Warum? Weil Wirtschaft Subsystem von Gesellschaft und damit Funktionssystem von Kommunikation ist. Wir reden hier über Reorganisation von Unbestimmten durch gesellschaftliche Kommunikationsentwicklung.<br><br>So verdienen Supermärkte an Lebensmitteln mittlerweile so wenig, dass sie angewiesen darauf sind, weitere Konsumgüter wie Kleidung oder Elektrogeräte mit aufzunehmen und damit wiederum den Druck auf andere und von dort aus wieder auf sich selbst weiter zu erhöhen. So tragen sie zum Qualitätsverlust mit bei, wie jeder weiß oder wissen könnte, der einmal bei REWE ein Kleidungsstück gekauft hat ...<br><br>Dieser materielle Qualitätsverlust in unseren Konsumgütern ist Resultat und weitere Bedingung kognitiven und kommunikativen Qualitätsverlustes: Er verursacht diesen kontinuierlich weiter - und umgekehrt.<br><br>Die Berater- und Coachingmärkte demonstrieren diesen Qualitätsverlust auf Linkedin deutlich, wo überwiegende Teile der Kommunikation und Angebote auf einem Qualitätslevel liegen, von dem wir ehrlich sagen müssten: Das gehört weg! Das schadet uns Allen! Sie finden aber noch Märkte, dünnen diese weiter aus und schaffen mittelmäßige bis wirklich schlechte Themen und kommunikative Rahmenbedingungen, die denselben Regeln folgen wie die Massentextilindustrie.<br><br>Es ist naiv zu glauben, eine Gesellschaft, die Kleidung fertig bringt, wie sie bei KiK &amp; Co. verkauft wird, hätte nicht dasselbe Problem auf geistiger und kommunikativer Ebene! ... und ich bin noch gar nicht bei SheIn angekommen ...<br><br>Wir können festhalten: Wir haben nicht nur Klima-, Ressourcen- und materielle Krisen, wir haben auch gewaltige Geistes- und Kommunikationskrisen.<br><br>Es reicht nicht, über materielle Nachhaltigkeit nachzudenken!<br><br>Jede Organisation, die langfristig handeln will, muss hier und jetzt damit beginnen, ihre Mitarbeiter, ihre Manager und ihr Leadership ganz neu auszubilden. Das kann man einfach nicht Zufall oder Markt überlassen oder glauben, das kriegt man allein dadurch hin, dass man es menschlicher macht. Jeder, der dazu beitragen will, die Bildungssysteme zu revolutionieren, muss unbedingt mit jenen sprechen, die etwas über inhaltliche und nicht nur über soziale Qualität wissen. Ein Blick in unsere Wirtschaft muss uns doch klar machen, dass wir ein Qualitätsproblem haben und zwar auch eben ein inhaltliches und materielles!<br><br>Und jede Gesellschaft muss sich jetzt grundlegenden Fragen nach ihren Sozialarchitekturen stellen, um Bedingungen zu schaffen, die es jedem Individuum ermöglichen, seine angeborene Intelligenz, seine angeborenen Komplexitätsmanagementfähigkeiten und seine angeborene Kreativität auszuloten und zu trainieren. Warum? Weil wir auf jeden angewiesen sind und weil Evolution genau das in uns angelegt hat. Es gilt, wie Evolution zu denken: Selektion, Variation, Rekonstitution.<br><br>Zum Abschluss ein Tipp:<br><br>Suchen Sie jetzt nicht nach den sympathischsten Menschen und Konzepten, sondern nach den klügsten. Suchen Sie nach den Denkern und Systemanalysten, die auf höchstem Niveau arbeiten - die Art von Niveau, bei denen Ihre Denkmurmel zu qualmen beginnt. Suchen Sie die Leute, die das Offensichtliche sagen können, denn es ist das Offensichtliche, das heute kaum noch jemand kann - und das meist gemobbt wird.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Exit ELE: Ansprüche stellen!]]></title><description><![CDATA[<p>Das Problem ist vom Kern her ziemlich leicht beschrieben:<br><br>Die Leute sind für <strong>#Emergenz</strong> und <strong>#Metakrisen</strong> nicht ausgebildet.<br><br>Und deshalb entwickelt sich die Menschheit zum Extinction Level Event.<br><br>Wir können von Menschen, die schon damit überfordert sind, sich unter Stress mit Maske auf im Supermarkt rundum zu orientieren, nicht erwarten,</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/exit-anspruche-stellen/</link><guid isPermaLink="false">613dd592f4c20e753433cb59</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Sun, 12 Sep 2021 10:32:10 GMT</pubDate><media:content url="https://gitta-peyn.de/content/images/2021/09/light-box-4394127_1920.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://gitta-peyn.de/content/images/2021/09/light-box-4394127_1920.jpg" alt="Exit ELE: Ansprüche stellen!"><p>Das Problem ist vom Kern her ziemlich leicht beschrieben:<br><br>Die Leute sind für <strong>#Emergenz</strong> und <strong>#Metakrisen</strong> nicht ausgebildet.<br><br>Und deshalb entwickelt sich die Menschheit zum Extinction Level Event.<br><br>Wir können von Menschen, die schon damit überfordert sind, sich unter Stress mit Maske auf im Supermarkt rundum zu orientieren, nicht erwarten, dass sie dazu in der Lage wären, opportunistische Politiker und Konzerne abzupfeifen, die das Überleben der Menschheit für Macht und Geld verzocken. Sie schaffen ja nicht einmal räumliche Sozialorientierung.<br><br>Wir können von ihnen nicht erwarten, dass sie populistische Rhetorik durchschauen, dass sie unter Stress ruhig analysieren können, dass sie dazu in der Lage wären, eindimensionale Konflikte in Kommunikativen Riesenwellen zu verlassen: Sie wüssten gar nicht, wie sie das tun sollten. Ihnen fehlt der Symbolsatz, ihnen fehlen die Techniken für rationale Analyse, sie haben keine Ahnung davon, wie funktionale Rhetorik überhaupt aussieht - geschweige denn, wie sie zu bewerten wäre, und sie können nicht systemisch denken.<br><br>Sie glauben an Gefühlswahrheiten, weil sie keine Zeichen haben, in der Emergenz zu navigieren. Sie sind mittlerweile schon davon überfordert, ein Wort wie "<a href="https://www.carl-auer.de/magazin/search/Wirklichkeitsemulation">Emergenz</a>" überhaupt zu googeln. Sie saufen in ihrem Dunning-Kruger, ihren confirmation biases und ihren blinden Flecken ab, ohne dass wir ihnen Rettungsringe zuwerfen dürfen, weil sie nicht wissen, dass sie sie benötigen und wie sie damit umgehen könnten. Sie empfinden das im Zweifelsfall als Affront gegen ihre Meinungsfreiheit, ihren Opportunismus und ihre ideologischen Impulse ... Sie verhalten sich wie der Patient, der dem Arzt auf "Wenn Sie so weitermachen, haben Sie nur noch 2 Monate zu leben!" antwortet: "Sowas dürfen Sie mir aber so doch nicht sagen, und außerdem bin ich anderer Meinung!"<br><br>Und wenn es Einigen gelingt, mehrdimensional zu denken, verhaken sie sich so in <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen">Komplexitätsmanagementstufe 2</a>, dass sie nicht mehr dazu in der Lage sind beurteilen zu können, an welcher Stelle ihnen Differenzierungsfähigkeit fehlt. Solch ein Denken kann Handwerk nicht und scheitert schlussendlich an der Praxis, beziehungsweise an der Krise, am Leben. Die Corona-Diskussionen zeigen das deutlich ...<br><br>Die Meisten können keine bedeutungsdichten Texte lesen, und sie haben in den neuen sozialen Komplexitäten das Problem, dass diese so viel soziales Gehirn fressen, dass ihre kognitiv-rationalen Fähigkeiten unter diesem Sumpf verschrumpeln, so dass fundamentales und fundamental wichtiges Wissen aus den Wissenschaften, das in den Achtzigern des letzten Jahrhunderts noch eine Chance gehabt hätte, bei ihnen anzukommen, heute keine mehr hat:<br><br>Auf Linkedin werden tatsächlich Diskussionen geführt, in denen Einige fordern, Wissen für Erwachsene auf dem Niveau der "Sendung mit der Maus" zu präsentieren, weil "man die Leute ja da abholen muss, wo sie stehen". Sie nennen das "Gutes Storytelling" und "Kommunikation auf Augenhöhe" ...<br><br>Das ist der Offenbarungseid einer Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr ernst nimmt und die in Marketing absäuft, während der Planet unter ihrer Last ächzt.<br><br>Die Klimakrise fordert Menschen, die dazu in der Lage sind, ihren eigenen Umgang mit den Ressourcen von Welt und Mensch zu überprüfen, was bedeutet: Sie fordert Menschen, die über grundlegende Rhetorikkenntnisse verfügen, die logisch denken können, die sich in rationaler Argumentation auskennen, die ihre Zeichensätze bewusst überprüfen und formen können: Sie fordert Menschen, die sich in ihren Semiosphären emanzipieren und die systemisch-realkonstruktivistisch denken können. Sie fordert Menschen, die sich selbst ernst nehmen und respektieren - und das mit Niveau, Anspruch und Verantwortungsbewusstsein, das Freiheitsethiken kann.<br><br>Wer daraus ein Statusspiel machen will, der hat das Problem nicht verstanden und ist Teil davon: Das hier ist ernst und auch alles andere als arrogant. Nach dem Leak zur Klimalage dank der <a href="https://scientistrebellion.com/">Scientist Rebellion</a> haben wir noch 3 Jahre, um das Schlimmste zu verhindern, und wir dürfen davon ausgehen, dass wir sie nicht nutzen.<br><br>Vielleicht ginge es mit einem totalitären Regime, aber von Demokratien müssen wir wissen: Ihre politischen Entscheidungen sind immer so dumm wie ihre Bevölkerungen, und für solche Bevölkerungen muss man tatsächlich dazu schreiben, dass totalitäre Regimes langfristig keine gute Idee sind, wir uns aber mit ihnen in Katastrophen zwangsläufig auf totalitäre Regimes zubewegen, wenn sie nicht rechtzeitig dazulernen ...<br><br>Wir aber haben eine Bevölkerung gezüchtet, die in weiten Teilen glaubt, dass es eine Beleidigung ist, wenn man sie "dumm" nennt und die das zu ebenso weiten Teilen wichtiger findet, an der Stelle mit emotionaler Abwehr zu reagieren, als dass sie sich "vorschreiben ließe", wie sie klüger werden könnte. Sie möchten, dass man ihnen das so sagt, dass sie sich dabei nicht schlecht fühlen müssen, was bedeutet: dass es keinen Unterschied machen muss.<br><br>Wir können natürlich auf Maßnahmen zeigen, auch auf Verbote, aber machen wir uns nichts vor: Sowas wie Armin Laschet ist ein systemisches Phänomen und Problem, und schon an der öffentlichen Diskussion zum Tempolimit erkennen wir unser eigenes: Der Massemensch ist egoistisch, egozentrisch und ideologisch auf viel zu niedrigen Komplexitätsstufen unterwegs. Und der Massemensch sind wir alle.<br><br>Das gesamte Bildungssystem muss umgestellt werden und kann es nicht, weil auch das davon abhängt, wie die Bevölkerung das beurteilt - und die zieht im Zweifelsfall direkt aus unangenehmen Konditionierungserfahrungen heraus den Weichspülgang vor, was bedeutet: kognitive und soziale Fasern werden brüchig. Sie trivialisiert, polarisiert, übersteuert und kann die Synthese nicht.<br><br>Es bleibt uns nur der Guerilla-Weg: Wir müssen umsichtig, aber anspruchsvoll vorgehen und dürfen uns nicht von Masseansprüchen ablenken lassen: Sie können nicht einmal den status quo erhalten, was schon gefährlich genug ist.<br><br>Konzentrieren müssen wir uns auf diejenigen, die die Probleme lösen - und das sind nicht die mit den sozial-emotional biochemischen Wertschätzungskulturen. Unterstützen müssen wir diejenigen, die Guerilla-Programme schreiben und diejenigen, die dafür sorgen, dass mehr Menschen das können.<br><br>Für alles andere ist keine Zeit mehr. Das ist eine Wahrheit, an der solche, die mitten in der Katastrophe im postmodernen Treibsand "Jeder hat das Recht auf seine Meinung!" spielen, um ihren Quatsch durchzuziehen, untergehen werden. - und auch das ist Fakt und nicht einfach nur eine Meinung.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Funktionale Empathie - Überlegungen zu einer Ethik der Freiheit]]></title><description><![CDATA[<p>Ich bin des Öfteren gefragt worden, woher es kommt, dass ich auf der einen Seite stark für Konfliktfähigkeit, Störung und Irritation argumentiere, auf der anderen Seite aber im Zwischenmenschlichen auf Humor, Freundlichkeit, Kooperationsbereitschaft von meiner Seite setze.<br><br>Kontext ist eine konsequent freilassende Ethik, der folgende Überlegungen zugrunde liegen:<br><br><strong>1. Komplexe</strong></p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/funktionale-empathie-uberlegungen-zu-einer-ethik-der-freiheit/</link><guid isPermaLink="false">60a23460f4c20e753433ca3e</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Mon, 17 May 2021 10:41:38 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin des Öfteren gefragt worden, woher es kommt, dass ich auf der einen Seite stark für Konfliktfähigkeit, Störung und Irritation argumentiere, auf der anderen Seite aber im Zwischenmenschlichen auf Humor, Freundlichkeit, Kooperationsbereitschaft von meiner Seite setze.<br><br>Kontext ist eine konsequent freilassende Ethik, der folgende Überlegungen zugrunde liegen:<br><br><strong>1. Komplexe autopoietische Systeme bringen von sich aus immer Störungen hervor:</strong><br>Störungen, Konflikten, Unruhe, Unbestimmtheit, Ambivalenz können wir nicht entkommen, im Gegenteil: Systeme, die versuchen sie auszuschalten, münden im Zweifelsfall im alles zerstörenden Konflikt.<br>Indem wir Konfliktfähigkeit trainieren und gleichzeitig lernen, dass auch das nur bedingt geht und ein gutes Boot nun einmal schaukelt, bringen wir einige Entspannung ins System, das so lernen kann, auch damit zu leben, dass es mal ordentlich ruckelt.<br><br><strong>2. An Freiheitswerten ausgerichtete Sozialgemeinschaften müssen lernen mit Paradoxien zu leben:<br></strong>Wenn wir fordern, dass sich unsere Mitbürger, Mitarbeiter, Teammitglieder, Freunde, Diskussionspartner ... vollumfänglich bewusst allen Lebensproblemen stellen und "erwachsene", "reife" Entscheidungen fällen, haben wir ein Problem: Wie gehen wir dann mit all jenen um, die das nicht können, möchten oder gar wollen? Schließen wir diese dann von (gewissen) Entscheidungen aus?<br>Solche Überlegungen führen direkt von freiheitlichen, demokratischen Grundgedanken weg hin zu totalitären Beziehungen und Regimes.<br><br><strong>3. Wir brauchen Andere frei:</strong><br>Was uns Menschen angeht, setzt Evolution auf unsere Vielfältigkeit. Ohne die Impulse, Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch Konflikte und Probleme des Anderen stünden wir nicht nur allein da, sondern wir könnten auch nur sehr viel weniger erreichen.<br>Je freier, selbstbewusster und selbstermächtigender, beziehungsweise emanzipierter in ihrer Semiosphäre die Individuen einer Gesellschaft/Sozialgemeinschaft sein können und dürfen (was oft dasselbe ist), desto größer ihre (Multi)Resilienz und ihre Fähigkeit mit Metakrisen umzugehen. Nicht nur was gesellschaftliche, sondern auch was Persönlichkeitsentwicklung angeht, sind wir auf den/die Andere/n angewiesen.<br>Damit Menschen ihre Potenziale entfalten, benötigen sie freilassende soziale Architekturen.<br><br>---<br><br><strong>Wir sprechen im Kontext von Freiheitsethiken immer gleich über Menschenbilder:</strong><br><br>Gehe ich davon aus, dass meine Mitmenschen sowieso zu "dumm", zu "emotional", zu "unverantwortlich" ... sind, lebe ich bereits in einer Welt mit unterschiedlichen Klassen von Menschen.<br>Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Ich muss mich nicht so sehr mit Enttäuschungen herumschlagen.<br><br>Die Nachteile sind allerdings gewaltig:<br>a) Ich vertue Chancen, dass Andere mich überraschen können.<br>b) Ich arbeite zwangsläufig an Sozialarchitekturen, die der "geistigen Behinderung" Anderer vorgreifen und entmündige sie damit.<br>c) Ich reduziere Innovationsbereitschaft und -mut.<br>d) Ich mache zunehmend Bildungsangebote wie "Man muss die Menschen da abholen, wo sie stehen" und kann dann folglich so Einiges nicht mehr anbieten zu lernen.<br>e) Ich verlerne, den Anderen als Motiv zur Selbstherausforderung zu betrachten.<br>f) Wir geben so den freiheitlich-demokratischen Grundgedanken auf.<br>g) Wir geben damit auch auf, den kommenden Metakrisen adäquat begegnen zu können.<br>...<br><br>Es gibt noch eine Menge mehr, aber das sollte für den Anfang reichen.<br><br><strong>Der umgekehrte Weg ist anstrengender, aber vielversprechender:</strong><br><br>Indem ich davon ausgehe, es mit mündigen, erwachsenen, lernbereiten und kooperationsfähigen Bürgern einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft zu tun zu haben, die noch dazu mit Konflikten leben können, gehe ich augenblicklich auf meinen Nächsten mit dem Respekt desjenigen zu, der von ihm das Beste erwartet.<br><br>Hier kann ich natürlich jederzeit negativ enttäuscht werden, aber das ist nur mein Problem.<br><br>Diese Haltung zwingt mich dazu, dem Anderen meine eigene Konfliktbereitschaft zu schenken - wie sonst sollte ich meinen Respekt zeigen? Tue ich das nicht, weil ich davon ausgehe, er kann meine Wahrheiten nicht verkraften, behandle ich ihn wie ein kleines Kind, dem ich gewisse Anstrengungen und Verantwortungen noch nicht zumuten kann - damit laufe ich auf das oben angesprochene totalitäre Weltbild hinaus.<br><br>Sie fordert mich außerdem dazu heraus zuzuhören und die Chancen zu nutzen, die mit der Irritation kommen, die der Andere ist.<br><br><strong>Ich formuliere eine Referenz von Liebe folgenden Inhalts:</strong><br><br><em>Erwarte die Erwartungen des Anderen und mache den Anderen zum Motiv über Dich hinauszuwachsen.</em><br><br><strong>Die Erwartungen des Anderen zu erwarten, zwingt mich wiederum in Überlegungen zu Empathie:</strong><br><br>Empathie bedeutet sich in den Anderen hineinversetzen, seine Beweggründe nachvollziehen zu können und zu wollen.<br><br>Halten wir es hier so kurz.<br><br>Kommunikation ist ohne Empathie nicht möglich, aber Empathie als menschlicher Wert muss konsequent durchdacht werden, damit er uns nicht entgleitet und wir Grenzen verletzen:<br><br>Nehme ich den Gedanken ernst, dass ich den/die Andere/n voll in ihre/sein Universum/Universen entlassen muss, weil ich ihn oder sie sonst augenblicklich als jemanden denken und behandeln werde, der nicht kompetent ist seine eigenen Entscheidungen zu fällen, muss ich über Grenzverletzungen meinerseits, über Übergriffigkeit nachdenken.<br><br>Ich darf aus täglichen Beobachtungen schließen, dass Menschen gern ihre eigenen Entscheidungen fällen - und das selbst, wenn diese für mich dumm, einfältig, närrisch oder gar gefährlich aussehen.<br><br><strong>Solange geltendes freiheitlich-demokratisches Grundrecht nicht verletzt wird, zwingen mich meine Überlegungen zum freien Menschen und zu meiner Verpflichtung, diese Freiheit zu achten, dazu, auch über Empathie kritisch nachzudenken:</strong><br><br>Beispiel: Wenn ich davon ausgehe, dass der Andere keine sozial hinreichende Kontrolle über seine Emotionen hat (was eh ein ziemlich grauer Begriff ist, denn wo beginnt diese und wer entscheidet das?), welche Konsequenzen haben dann meine Folgegedanken in der Richtung, dass ich ihm oder ihr deshalb bestimmten Ton, bestimmte Ideen, bestimmte Konflikte und so weiter nicht zumuten kann oder sogar darf?<br><br>Das ist das eine Problem: Ich laufe wieder Gefahr, meinen Nächsten geistig-emotional zu entmündigen.<br><br>Das andere ist: Auch Empathie kann nicht in den Anderen eingreifen, ich kann die Autopoiese meines Nächsten genauso wenig kurzschließen wie er die meine. Insofern funktioniert auch Empathie immer nur so gut, wie meine eigene Semiosphäre folgerichtige Gedanken/Vorstellungen/Gefühle produzieren kann.<br><br>Das bedeutet im Klartext: meine Empathie kann sich nicht nur irren, sie wird das auch immer wieder tun.<br><br>Empathie ist ein schlechter Berater - sie zu erwarten, sie sogar zu verlangen, ist nicht nur unvernünftig, sondern im Zweifelsfall auch übergriffig.<br><br><strong>Doch was nun, wenn ich ein ziemlich guter Empath bin, der eine Menge von Anderen adäquat interpretiert?</strong><br><br>Was, wenn ich die Zeichen, Texte und Signale des/der Anderen so gut lesen kann, dass ich bei Kontakt augenblicklich Einiges über den Anderen weiß, was der-/diejenige vielleicht gar nicht möchte, dass ich das sehe? Was, wenn er/sie sogar nicht möchte, dass ich weiß, dass er/sie gar nicht möchte, dass ich auch das sehe?<br><br>Wenn ich meine Freiheitsethik aus obigen Überlegungen heraus ernst nehme, muss ich hier konsequent auf einige Empathie verzichten - und das aus Gründen der Empathie.<br><br>Ich muss meine Fähigkeit zurückstellen zu sehen, was ich nicht sehen soll, meine Analyse vor mir selbst verbergen oder - noch besser - mit solcher Intensität auf den sozialen und ethischen Prüfstand stellen, dass ich ihr nicht mehr trauen kann. Zum Schutz der Freiheitsrechte Anderer bin ich gezwungen mir nicht zu vertrauen.<br><br>Unsicherheit als Methode gehört zu den wichtigen Instrumenten nicht nur jener, die Freiheitsethiken leben, sondern auch derjenigen, die ihre Systemtheorie verstanden haben.<br><br>Ich muss das Recht des Anderen darauf, was er mir bewusst mitteilen will, respektieren und deshalb sehr vorsichtig sein, wenn es darum geht, unbewusste Signale zu lesen. Im Zweifelsfall muss ich beides können: mich auf den reinen Text konzentrieren und beachten, wenn "Stopp!"-Schilder aufgestellt werden - aber auch bei Einladungen sehr vorsichtig sein, denn "komplexes autopoietisches System" bedeutet, dass sich niemand seiner selbst sicher sein kann. Das gilt erst recht für diejenigen, die emotional brauchen, dass man nett zu ihnen ist ... Hier - wie auch sonst natürlich - dürfen wir der Einladung zum Missbrauch nicht folgen.<br><br>---<br><br><strong>Konsequente Freiheitsethik bringt für denjenigen, der ihr folgt, einige Unannehmlichkeiten mit sich:</strong><br><br>1. Wir müssen uns zumuten, unsere Analyse und unsere Empathie aus Empathie nicht zu nutzen.<br><br>2. Wir sehen uns aus folgerichtigen Überlegungen heraus gezwungen, dem Anderen erwartungsfrei zu begegnen, was im Zweifelsfall bedeutet: die besten Erwartungen an den Anderen zu hegen, um zu verhindern, dass wir negativ "Was der Denker denkt, wird der Beweisführer beweisen" erleben.<br><br>3. Diese besten Erwartungen können wir nicht durch empathischen Ton und einfühlsames Selbstdarstellen reduzieren, sondern müssen auch hier der Logik unserer Überlegungen folgen und dem Anderen (und damit natürlich uns selbst) unsere Kritik, unsere Konfliktbereitschaft ebenfalls zugestehen.<br><br><strong>Es gilt sogar die Erlaubnis zur Unfreiheit zu erteilen:</strong><br><br>Keine Freiheitsethik ist vollständig ohne den Anderen in das Recht auf seine Unfreiheit, sogar in das Recht auf sein Unglück zu entlassen. Das bedeutet natürlich nicht, Erste Hilfe zu verweigern, aber Freiheitsethiken kennzeichnen sich besonders dadurch, dass man sich selbst jedes Recht (inklusive einiger Erwartungen, Kommunkationsstile, abstrakter Werte und so weiter) auf und über den Anderen verbietet.<br><br>Eine solche Ethik lässt sich nicht vorschreiben, sie kann nur selbst gelebt werden. Erst dann, wenn der Andere beginnt, die Freiheitsrechte Dritter einzuschränken, die das wiederum selbst nicht wollen, beginnt unser Recht, ihm dieses Recht zu verweigern.<br><br>Je besser ich kommunizieren kann, so intensiver und bedeutungsklarer und -dichter ich lesen und schreiben, sprechen und zuhören kann, desto mehr steigt gleichzeitig meine Verpflichtung dazu, diese Fähigkeiten einigenteils zugunsten der Freiheit des Anderen zurückzustellen.<br><br><strong>Freiheitsethiken kennzeichnen sich durch das Recht dazu, die Freiheit auf sich selbst zu beanspruchen, aber eben gleichzeitig die Freiheitsrechte Anderer zu achten.</strong><br><br>Was die Freiheit auf sich selbst angeht, muss jeder, der für sich eine Freiheitsethik in Anspruch nimmt, wissen, dass er oder sie nicht in Gesellschaften lebt, die dafür bereits Verständnis entwickelt haben.<br><br>Konflikte sind vorprogrammiert. Damit müssen wir umgehen lernen.<br>Ein Bildungsauftrag darf hieraus abgeleitet werden, muss aber den Regeln der Freiheitsethik folgen.<br><br><strong>Es kommt auf Menschlichkeit an:</strong><br><br>Freundlichkeit, Humor, spontane Reaktionen konstruktiver, aber auch destruktiver Art sind nicht verboten, solange ich mit meinen Pressionen vorsichtig bin.<br><br>Einerseits darf ich vom Anderen erwarten, dass er Pressionen erkennen kann - jenen Aspekten von Kommunikation, welche die Annahme des Kommunikationsangebots wahrscheinlicher machen sollen - andererseits muss ich von mir selbst verlangen, dass meine Pressionen wahrhaftig sind.<br><br>Wer Beziehungen mit Werbung und Marketing missbraucht, achtet die Freiheit Anderer nicht.<br>Das lässt sich natürlich schnell herausfinden, nichtsdestotrotz handelt es sich dabei um Missbrauch. Hier können wir das Recht des Anderen selbstreferenziell zu entscheiden nicht zur Entschuldigung unserer Versuche nehmen, seine Schwächen auszunutzen.<br><br>Es hilft seine Mitmenschen wirklich zu mögen und dort, wo man jemanden nicht mag, gute Gründe zu haben. Wo Freundlichkeit und Humor von Herzen kommen, sehe ich keinen Konflikt mit Freiheitsethiken - das gilt auch dann noch, wenn der oder die Betreffende weiß, dass mit ihnen als Grundlage paradoxe Interventionen wie "Los, seid konfliktbereit, haut rein!" leichter fallen.<br>Ein Gebot zur Freundlichkeit folgt hieraus aus mehreren Gründen nicht - das gilt besonders für Andere, die ich auch in ihre Freiheit zur Unfreundlichkeit, ja Grobheit entlassen muss, wenn ich aus dem Vollen des gemeinsam Möglichen schöpfen will. Doch auch mir selbst muss ich diese Mittel lassen - beispielsweise, um Grenzverletzungen Anderer in ihre Schranken zu verweisen.<br>Ferner lässt sich nicht vorhersagen, wer welchen Tonfall, welche Bemerkung wie interpretiert. Im Zweifelsfall bringen wir über das Tondiktat jene an die Macht, die am Wenigsten bereit dazu sind die Rechte Anderer auf freie Entfaltung zu respektieren.<br><br>Freiheitsethiken kommen weder widerspruchsfrei, noch lassen sie sich universalisieren. Wohl aber kommen sie mit einigem Anspruch an die eigene geistige und soziale Reife - und das interessanterweise auf eine Art und Weise, die Vielen, die genau darüber gern sprechen, erst einmal nicht in den Kopf will, denn:<br><br><strong>Solche Ethiken können nur mit tiefem Verständnis davon, wie komplexe autopoietische Systeme funktionieren, konsequent bleiben:</strong><br><br>Dazu gehört zu wissen, dass Selbstkontrolle und Erleuchtung Illusionen sind.<br>Menschen, die das nicht erkennen, neigen dazu, sich selbst und Andere in ein Korsett sozialer Ausdrucksformen zu konditionieren, die keinen Raum für spontane Konflikte und damit auch keinen für cutting edge Innovation lassen.<br><br>Wer nicht weiß, dass Widerspruchsfreiheit und Universalität nicht funktionieren, wird unweigerlich nicht nur sich selbst, sondern auch andere einzusperren versuchen.<br><br>Gelebte Ethik der Freiheit verlangt deshalb Bildung, Bildung, Bildung.<br>Sie verlangt außerdem zu lernen mit Paradoxien zu leben und sie sehr ernst zu nehmen.<br><br>Sie ist von äußerstem Respekt für das Recht des Anderen auf seine Andersartigkeit geprägt, und wenn das allein nicht schon Grund genug ist, sich mit ihr sehr wohl zu fühlen, auch wenn sie unbequem ist, weiß ich auch nicht :)<br><br>So schließe ich denn mit einer kleinen Erweiterung von Rosa Luxemburgs bekanntem Ausspruch:<br><br><em>Meine/Deine/unsere Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden!</em><br><br>Und bedanke mich für die Lebenszeit, die Sie in diese Arbeit investiert haben.<br><br><br></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Dos and Don'ts im Umgang mit cuttinge edge Forschung und Kunst]]></title><description><![CDATA[<p>Es gibt so einige "dos and don'ts", wenn es um den Umgang mit Menschen geht, die cutting edge forschen oder Kunst machen. Das Problem ist natürlich, dass man das erkennen können muss.<br><br>Wer cutting edge arbeitet, muss mit Frustrationen auf einem Level umgehen, das für die meisten anderen Menschen in</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/dos-and-donts-im-umgang-mit-cuttinge-edge-forschung-und-kunst/</link><guid isPermaLink="false">60a0ea4cf4c20e753433c9e4</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Sun, 16 May 2021 10:10:54 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt so einige "dos and don'ts", wenn es um den Umgang mit Menschen geht, die cutting edge forschen oder Kunst machen. Das Problem ist natürlich, dass man das erkennen können muss.<br><br>Wer cutting edge arbeitet, muss mit Frustrationen auf einem Level umgehen, das für die meisten anderen Menschen in Wohlstandsgesellschaften nicht nachvollziehbar ist.<br><br>Wenn du also mit Leuten zu tun hast, die so etwas machen, solltest du Einiges beachten, denn im Zweifelsfall ist dein Verhalten nicht nur verletzend, ja sogar (ungewollt) bösartig, sondern langfristig für dich und den Künstler/Forscher, sowie für Andere schädlich.<br><br>Cutting edge Forschung und Kunst sind krisenrelevant.<br>Diejenigen, die sich gegen alle Widerstände aufmachen, für uns alle etwas zu erfinden und zu bauen, das uns hilft die großen Krisen zu bewältigen, sollten mit Respekt behandelt werden. Deshalb:<br><br><br><strong>Einige schnelle Regeln für einen respektvollen Einstieg:</strong></p><p>1. Lass die Finger von Verortungen im kulturellen Prozess. Cutting edge funktioniert postkulturell.</p><p>2. Beschäftige dich inhaltlich mit der Sache, bevor du Fragen stellst, und bis dahin sag lieber gar nichts. Tu nicht so, als wärst du interessiert, während du dir eigentlich nur jemanden zu sichern versuchst, der vielleicht mal bekannt werden könnte. Wenn du nicht weißt, wie du dir den Inhalt erarbeiten kannst, frag.</p><p>3. Schick den Innovateur niemals in den Pitch. Das ist respektlos, er ist kein Verkäufer, sondern Evolutionsagent.</p><p>4. Mach keine Versprechungen, die du nicht halten willst oder kannst. Sei ehrlich. Falsche Versprechungen sind seelisch grausam. Wenn dir die Forschung oder Kunst wirr vorkommt, und es gibt niemanden, der dir dabei helfen kann, das zu bewerten, warte ab.</p><p>5. Frag nicht nach Anwendungen und Brauchbarkeit, bevor dir der/die Erfinder/Künstler bestätigt haben, dass du das auch richtig einschätzen kannst. Du musst wissen, dass deine Fragen aus der Zeit <em>vor</em> dem cutting edge kommen. Emergenz lässt sich nicht mit Wissen aus der Zeit davor bewerten.</p><p>6. Unterlass Einschätzungen der Psyche oder auf der Beziehungsebene. Das hilft nicht nur der Sache nicht, es ist auch herablassend und übergriffig.</p><p>7. Spiel nicht das Spiel "Verteidigung der Theorie". Mit dieser - teilweise veralteten - Technik treibt man Innovateure ins Hamsterrad, und es gibt mittlerweile viel zu viele, die aus reinem Stil-Intellektualismus heraus genüsslich dabei zusehen, wie der Andere zappelt. Auch das ist seelisch grausam und menschlich vor dem Hintergrund der Leistung nicht akzeptabel. Ich habe Künstler und Forscher erlebt, die sind daran verrückt geworden.</p><p>8. Frag keine kulturellen Verorter nach ihrer Meinung, bevor du nicht mit dem Künstler oder Forscher selbst gesprochen hast. Die meisten Verorter sind - wie viele Kunstkritiker - keine, die die Leistung selbst erbringen können. In Folge neigen sie dazu, vor dem Hintergrund dessen zu verorten, was sie bereits als attraktiv/erfolgreich sehen/erwarten, und das ist im Zweifelsfall nicht (so) <em>cutting edge</em>. Siehe Punkt 1.</p><p>9. Denk immer daran: Wer etwas wirklich Neues in die Welt zu bringen versucht, der ist erst einmal sehr einsam und das möglicherweise über eine lange Zeit. Du kannst von so jemandem nicht erwarten, dass er die Spielregeln akzeptiert, sich mit Höflichkeitsfloskeln abspeisen lässt oder dich respektiert, wenn du ihn oder sie schlecht behandelst. Und das geht schneller, als du denkst, gerade <em>weil</em> cutting edge Innovation die Spielregeln verachten <em>muss</em>.</p><p>10. Wer lange einsam an seinem Erfolg arbeiten muss, lernt die Menschen von ihren schlechtesten - und leider nur einige Wenige von ihren besten Seiten kennen. Die Sozialkritik, die dabei herauskommt, hat es meist in sich, und man tut gut daran, sie ernst zu nehmen, egal in welchem Ton sie erfolgt.</p><p>11. Überhaupt sollte man von cutting edge Forschern und Künstlern nicht erwarten, dass sie den Ton respektieren. Es hat gute Gründe, warum so viele von ihnen im Laufe der Zeit knurrig werden - sie haben fast ausnahmslos mit einer Gesellschaft (und damit mit ihren Menschen und somit im Zweifelsfall mit dir) zu tun, die cutting edge Innovation erst dann zulässt, wenn die Krise versucht, ihr/ihnen gleich mehrere Hähne zuzudrehen.</p><p>12.<strong> Sei kein Ausbeuter:</strong> Stiehl dem Anderen nicht seine Ideen, seine Forschung, seine Kunst. Versuch ihn oder sie nicht ins Abseits zu drängen. Wenn jemand was Besseres hat als du: Fördere das auch dann noch, wenn du den Forscher oder Künstler nicht ausstehen kannst, anstatt mit Eigensucht den Markt zu verwässern. Deine persönlichen Wirtschaftsvorteile, Beziehungsbefindlichkeiten und Psychos vor die Leistung zu stellen, ist nicht sehr klimafreundlich.</p><p>13. Mach keine Vorschläge, was der/die Forscher oder Künstler (alles) tun kann, um seine Idee nach vorn zu bringen, bevor du nicht aufmerksam erfahren hast, was er/sie bereits alles bedacht hat. Du musst hier bescheiden in die Position desjenigen zurücktreten, der nichts weiß oder der zumindest nicht genug weiß. Bedenke: Der Forscher oder Künstler hat schon viel bedacht, und er wird wegen seiner vielen negativen Erfahrungen mit Menschen über eine Integrität verfügen, die du nicht oft findest. Wenn er noch jung ist, wird er außerdem verführbar sein, also besteht deine Aufgabe darin, seine opportunistischen Neigungen nicht durch deine eigenen auszubeuten.<br>Sei vorsichtig, umsichtig, weitsichtig und rücksichtsvoll.</p><p><strong>Und 14. am wichtigsten: Sei praktisch! </strong>Was gebraucht wird, ist direktes Zupacken. Selbst mit nur wenig Mitteln kannst du viel tun, aber es ist deine Aufgabe herauszufinden, was das sein könnte. Wer cutting edge Kunst und Forschung fördert, verdient gesellschaftlich denselben Respekt wie der Künstler oder Forscher. Erst zusammen verändern sie die Welt.<br>Doch bitte: Pack nur zu, wenn du weißt, der Andere will das auch. Fast alle cutting edge Künstler oder Forscher sind sehr empfindsam, was Übergriffigkeiten angeht. Sie haben davon zu viel erlebt. Sei im Zweifelsfall mehr Team-Mitglied, weniger Pate. Und wenn du merkst, der Künstler ist was das angeht zu leicht zu lenken, lass dir was einfallen, damit er/sie sich erlauben kann sein/ihr Recht zu nutzen auf Grenzverletzung aufmerksam zu machen. Bleib deshalb bescheiden und zurückhaltend, aber gleichzeitig tu, was du kannst um zu helfen.<br>Das gemeinsame Projekt und seine zügige!!! Realisierung müssen ganz vorn stehen.</p><p> </p><hr><p>Cutting edge Forscher und Künstler erleben immer wieder, dass und wie Andere ihnen gedanken- oder sogar rücksichtslos ihre Lebenszeit und ihre Ideen stehlen.<br>Wir sollten das beachten und damit aufhören.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kybernetik 3. Ordnung - Warum sie Vielen zuerst schwer fällt]]></title><description><![CDATA[<p></p><p>Eines der häufigsten Argumente gegen systemisch-kybernetisches Vorgehen ist, dass es Vielen zu abgehoben, zu weltfremd, zu anstrengend erscheint. Das müssen wir ernst nehmen: Die Welt, die Systemiker und Kybernetiker sehen, ist tatsächlich eine andere.<br><br>Systemforscher und Kybernetiker achten auf (größere) Verbindungen, auf die Elementebene der Phänomene und des Systems. Darüber</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/kybernetik-3-ordnung-warum-sie-vielen-schwer-fallt/</link><guid isPermaLink="false">609b9013f4c20e753433c92d</guid><category><![CDATA[Systemforschung]]></category><category><![CDATA[Kybernetik 3. Ordnung]]></category><category><![CDATA[FORMWELT]]></category><category><![CDATA[WELTFORM]]></category><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Wed, 12 May 2021 09:11:23 GMT</pubDate><media:content url="https://gitta-peyn.de/content/images/2021/05/SnapitFF02.JPG" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://gitta-peyn.de/content/images/2021/05/SnapitFF02.JPG" alt="Kybernetik 3. Ordnung - Warum sie Vielen zuerst schwer fällt"><p></p><p>Eines der häufigsten Argumente gegen systemisch-kybernetisches Vorgehen ist, dass es Vielen zu abgehoben, zu weltfremd, zu anstrengend erscheint. Das müssen wir ernst nehmen: Die Welt, die Systemiker und Kybernetiker sehen, ist tatsächlich eine andere.<br><br>Systemforscher und Kybernetiker achten auf (größere) Verbindungen, auf die Elementebene der Phänomene und des Systems. Darüber sehen sie auf der einen Seite weniger Anknüpfungspunkte fürs Handeln als Menschen, denen diese Wissenschaft nicht vertraut ist, da sie über die systemischen Verbindungen, Komplexität und Kontingenz der Beobachtungen leichter erkennen, was nicht funktioniert, auf der anderen Seite entwickeln sie ganz andere Methoden, Tools, Modelle und Konzepte, die die Systemik berücksichtigen.<br><br>Auf diejenigen, die mit moderner Kybernetik nicht vertraut sind, kann das Ganze dann tatsächlich zu kompliziert, abstrakt oder "zu wissenschaftlich" wirken: Es passt nicht in die eigenen Anpassungsgewohnheiten an sich selbst, Andere, an Welt, und das macht vor allem Kybernetik der neuen Generation (wie über FORMenlogik und FORMWELT-Konzepte, also über FORMWELT- und WELTFORM-Forschung) erst einmal zu einer anstrengenden Sache.<br><br><strong>Die Vorteile dieser Wissenschaft(en) liegen aber klar auf der Hand:</strong><br><br>- Kybernetik 3. Ordnung eröffnet neue Denk- und Handlungsräume.<br>- Sie ermöglicht auf der einen Seite weitere Perspektiven, auf der anderen Seite führt sie eine Präzision der Analyse in die System- und Kybernetikforschung ein, die es in der Form vorher nicht gab.<br>- Sie schließt neue Beratungs-, Informations- und Kommunikationsmärkte auf.<br>- Sie schafft Klarheit der Bewertung der Funktionalität von Analyse, Modell, Konzept, Tool und Methode.<br>- Sie kommt mit bestechender Überzeugungskraft, da sie fundamental auf universelle Merkmale komplexer autopoietischer Systeme aufsetzt und damit alles ausschaltet, was den Blick verstellt.<br>- Sie bringt naturwissenschaftliche Härte in geisteswissenschaftliche Systemforschung, -analyse und Arbeit.<br>- Sie ermöglicht artifizielle Emulation der Analyse über die FORM des Systems und führt damit eine weitere naturwissenschaftliche Methode in die systemisch forschende und arbeitende Geisteswissenschaft ein:<br>Die Analyse über das mathematische, über das Computer-Experiment falsifizieren zu können.<br><br>Damit setzt sie neue Maßstäbe in allen Bereichen, wo es auf menschliche Einschätzungskraft, Modellbildung in <em>soft sciences</em>, Organisation und Kommunikation ankommt.<br><br>Wir sollten nicht erwarten, dass eine solche Errungenschaft direkt in unsere Synapsen passt. Das tut keine wirklich neue Forschung.<br><br><strong>Kybernetik 3. Ordnung gleicht darin der Quantenphysik:</strong><br><br>Niels Bohr soll sieben Jahre gebraucht haben, um für seine Arbeit eine nennenswerte Lobby zu bekommen. Kybernetik 3. Ordnung - und mit ihr FORMWELT- und WELTFORM-Forschung - ist an der mathematischen Basis nicht so herausfordernd wie Quantenphysik, sie fordert aber an vergleichbarer Stelle, nämlich an weltanschaulicher: Mit den Modellen von unserer Welt erschaffen wir Welt. Konfrontiert mit anderen, aber vor allem mit emergenten Modellen, können wir zuerst nicht sehen, was uns da gezeigt wird. Wir erkennen den neoperspektivischen Vorteil nicht, weil wir es über die Modelle beurteilen, mit denen wir alles beurteilen. Wir können nicht sehen, was wir nicht sehen. Hier sind wir erst einmal blind.<br><br>Genau an dieser Stelle empfinden diejenigen, die mit dem emergenten Modell nicht vertraut sind, nur vage Kritik an ihrem Denken, Sprechen und Handeln, und das ist der Moment, wo der evolutionär in uns eingebaute Konservativismus greift. (Ein Phänomen übrigens, das sich mit den artifiziellen Emulationen aus FORMenlogik ebenfalls demonstrieren lässt.)<br>Das Fremde wird als anstrengend, vielleicht sogar als Kritik an der eigenen Person, an den eigenen Errungenschaften wahrgenommen und erst einmal ausgegrenzt, abgeurteilt, beiseite geschoben oder, wenn das nicht geht, bekämpft.<br><br>Das ist ein ganz normaler Mechanismus, mit dem jeder cutting edge Forscher und Künstler erst einmal leben muss. Nach einer Weile, wenn die Mutigeren oder Verzweifelteren unter den Menschen anfangen, mit dem Neuen umzugehen, wird Vertrauen geschaffen, dass es vielleicht nicht so falsch, gefährlich, anstrengend, seltsam, irre ... ist, wie es anfangs ausgesehen hat.<br>Wir ähneln darin allen anderen Rudel-Säugetieren: Wenn wir sehen, dass es Anderen nicht schadet, sondern sogar Vorteile bringt, steigen wir ein.<br><br>In dem Augenblick, in dem erste Zugänge zu Kybernetik 3. Ordnung geschaffen werden, erkennen die Mutigen, die dem Rudel vorangehen diese größere, komplexere (aber eben gleichzeitig auch präzisere) Welt. Sie lernen sich neu anzuschauen, darin zu arbeiten und zu urteilen und so schaffen sie sich damit evolutionäre Vorteile, die Andere noch nicht haben und die auf Andere dann attraktiv wirken.<br><br>Daher rührt das Bedürfnis Vorsichtiger, sofort "Anwendungen" gezeigt zu bekommen, was mit Kybernetik 3. Ordnung - im Gegensatz zu vielen anderen geisteswissenschaftlichen Errungenschaften - auch direkt geht:<br><br>Mit <em><strong>RdU:</strong></em> <em>Reorganisation des Unbestimmten</em> zum Beispiel können Kommunikationssysteme unterschiedlicher FORM anschaulich gemacht und am Computer emuliert werden. Fokus, Kontext und Umwelterwartung von Mensch und System werden analysiert, diese FORM wird in den Kontext (der) andere(n) FORMen gebracht, und das Analyseresultat wird anschließend über SelFis oder Crazy Machines (das sind selbstreferenzielle und autopoietische Emulationen der FORM des Systems) als Experiment laufen gelassen: Stimmt die Analyse, kann der Analyst anschließend Vorschläge zur Veränderung der FORM des Systems liefern, die tatsächlich sehr leicht umsetzbar sind, da sie sich rein auf Handeln, auf Ausrichten von Fokus, Kontext und Umwelterwartung konzentrieren.<br><br>Was kompliziert klingt, ist sehr einfach, sobald man gelernt hat mit den FORMen zu arbeiten.<br><br><strong>Die direkten Vorteile, die Berater, Politiker, Manager, Teamleiter, Leader ... aus <em>RdU</em> ziehen, sind unter anderen folgende:</strong><br><br>- <strong>Kostenersparnis:</strong> Wer so analysieren kann, muss nicht mehr herumraten. Das Computerexperiment zeigt uns augenblicklich, ob unsere Analyse stimmt.<br>- <strong>Weniger menschlicher Stress:</strong> Kommunikationskonflikte werden häufig versucht über Mediationsarbeit, psychologische Arbeit ... bewältigt zu werden, doch die "Arbeit am Mann" ist für die Betroffenen nicht nur anstrengend, sie greift auch am Eigentlichen vorbei, denn das Problem ist das Kommunikationssystem, nicht zwangsläufig das psychische. Kybernetik 3. Ordnung achtet streng auf Kategorienfehler, und soziale Systeme mit psychologischen Modellen und Methoden greifen zu wollen heißt, ins Leere zu fassen.<br>- <strong>Mathematisches Experiment:</strong> Wer dem Wort nicht glaubt, folgt der Mathematik. Mit SelFis und Crazy Machines kann man nicht diskutieren, man kann höchstens versuchen, die ganze Forschung dahinter zu ignorieren.<br>- <strong>Emergentes Organisationsdesign:</strong> Die Funktion der Organisation besteht darin, ihre Kommunikation so zu organisieren, dass sie die jeweiligen Ziele der Organisation möglichst nicht noch zusätzlich stört, am besten sogar unterstützt. Da kann man lange am Menschen arbeiten: Die Systemtheorie lehrt uns, dass Menschen nicht kommunizieren, sondern dass Kommunikation kommuniziert. Folglich heißt Arbeiten mit Kybernetik 3. Ordnung Kommunikationsorganisation - und das so effizient und effektiv, wie es mit vereinter Kraft von Mensch (Analyst) und Maschine (SelFi und Crazy Machine) möglich ist.<br>Mit FORMWELT wird langfristig möglich, dass die Analysen auch von der Maschine vorgeschlagen werden, so dass ein weiteres Überprüfungskriterium eingeführt werden kann.<br>- <strong>Höhere Geistesklarheit:</strong> Durch Konzentration auf das Wesentliche lernen diejenigen, die sich in Kybernetik 3. Ordnung einarbeiten, Analysen erster Güte zu erstellen. Hier wird wissenschaftliches Denken vergleichbar intensiv trainiert wie über wissenschaftstheoretische Modelle und Tools, und tatsächlich lassen sich FORMWELT und WELTFORM auch genau so einsetzen.<br>- <strong>Verbesserte Kommunikationsfähigkeiten:</strong> Ob nun Individuen, Gruppen, Teams oder Organisationen - wer lernt auf den Punkt zu schauen, entwickelt augenblicklich auch besseres Gespür dafür, welche Kommunikation wo wie funktioniert.<br>- <strong>Freilassende Ethik:</strong> Kybernetik 3. Ordnung lässt den Menschen genauso wie die Theorie Sozialer Systeme in sein eigenes Universum frei. Sie interessiert sich nicht dafür, Menschen zu ändern, sondern nur dafür, die FORM des Systems zu untersuchen und gewünschte Veränderung über Änderung der FORM anzustoßen.<br>Das schafft größere Unabhängigkeit von ideologischen Impulsen.<br><br><strong>Wir können ohne jede falsche Bescheidenheit sagen, dass es sich bei Kybernetik 3. Ordnung um einen <em>Game Changer</em> handelt:</strong> Sie wurde geschaffen, um in Metakrisen und Wirklichkeitsemulation besser navigieren und nicht nur neue Problemlösungen, sondern auch neue Probleme kreieren zu können. Deshalb kommt sie auch - wie alle emergenten Modelle - mit neuen Konzepten, neuen Tools, neuen Techniken.<br><br>In ihrer Durchschlagskraft für menschliches Entscheiden lässt sie sich mit der Erfindung des Buchdrucks vergleichen, und was FORMWELT angeht, ist sie hier und heute für Sprache und Informationstechnologie das, was vor 2.000 Jahren Euklids Elemente für Geometrie im Besonderen und Mathematik im Allgemeinen waren, mit dem Unterschied, dass Euklid in FORMWELT abgebildet werden kann und darin nur eine kleine Nische einnähme. - Wer denkt, das sei übertrieben: Ich meine es genau so! Es ist ein sachlicher Vergleich, kein Ego-Overflow.<br><br>Wir sind Menschen, und wir haben uns nicht so sehr geändert. Wir stecken vielleicht unsere Forscher nicht mehr unbedingt ins Gefängnis oder zünden die Scheiterhaufen an, aber der Impuls ist noch da, denn das Neue - und ganz besonders das Emergente - bedroht unsere innere Sicherheit. Die Orthodoxie ist überall - auch da, wo Menschen denken, sie arbeiten ganz vorn an der Front der neuen Vision der neuen Gesellschaft.<br><br>Die berühmte Anthropologin Margaret Mead hat einmal gesagt: "Unterschätze nie, was eine kleine Gruppe engagierter Menschen tun kann, um die Welt zu verändern. Tatsächlich ist das das einzige, was je etwas bewirkt hat." Damit hat sie auf den Punkt gebracht, was immer geschieht, wenn etwas Neues wie Kybernetik 3. Ordnung in die Welt gebracht wird: Die Pioniere schreiten voran, erobern die neuen Territorien, schaffen die neuen Märkte, und sie nehmen dabei Müh- und Drangsal bereitwillig auf sich, denn sie haben eine Vision.<br><br>Unsere Vision ist die Menschheit mit weiteren Modellen, Tools und Konzepten zu bereichern, die es ihr möglich machen, sich den unglaublich fundamental umwälzenden Herausforderungen zu stellen, die uns bevorstehen. Es kommt auf emergente Qualitäten an und darauf, die so großzügig in uns angelegten Kompetenzen besser zu nutzen. Evolution hat uns mit allem ausgestattet, was wir brauchen, um die kommenden Metakrisen zu bewältigen.<br><br>Kybernetik 3. Ordnung ist konsequent: Sie konzentriert sich genau darauf.<br>Sie hilft Energieverschwendung im Geistigen und Kommunikativen drastisch zu reduzieren, indem alleiniges <em>trial and error</em> durch wissenschaftliche Analyse und Arbeit mit naturwissenschaftlicher Härte ersetzt wird, und damit hilft sie auch wertvolle Zeit und Ressourcen materieller Art einzusparen.<br><br>Wer mit FORMen analysiert und mit FORMWELT-Konzepten beschreibt, der kann zeigen, wie er das macht und wird damit überprüfbar. So schaffen wir Kompetenzüberprüfungskriterien im Kontingenzraum geistiger und kommunikativer Leistung und ermöglichen so auch, Modelle, Konzepte, Methoden ... Anderer zu überprüfen. Das ist ein enormer Schritt für jeden Manager, Berater, Organisationsdesigner, Politiker ..., wenn er/sie über die Analyse der FORM <em>zeigen</em> kann, was funktioniert und was nicht.<br><br>Natürlich können Ignoranten dem Phänomen immer noch entkommen, dafür muss man nur schweigen und ausgrenzen. Wer aber Wert darauf legt Qualität zu liefern, der wird sicherlich diese neuen Möglichkeiten begrüßen.<br><br><br><br><strong>Literatur:</strong><br><br><a href="https://www.carl-auer.de/uform-iform">https://www.carl-auer.de/uform-iform</a><br><a href="https://www.suhrkamp.de/buecher/soziale_systeme-niklas_luhmann_28266.html">https://www.suhrkamp.de/buecher/soziale_systeme-niklas_luhmann_28266.html</a><br><br><strong>Weiterführende Links:</strong><br><br><a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit">https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit</a><br><a href="https://uformiform.info/">https://uformiform.info/</a><br><a href="https://formwelt.info/de">https://formwelt.info/de</a><br></p><p><br><br></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Fehlende polykontexturelle Kompetenz: Wenn der Change nicht passt ...]]></title><description><![CDATA[<p></p><p>Gerade aus dem HR- und Berater-Bereich wird häufiger versucht, auch für Unternehmen (sozialen) Wandel anzustoßen, die dafür nicht bereit oder in der Form nicht geeignet sind. Das kann damit zu tun haben, dass in diesen Bereichen etwas gesehen wird, was das Unternehmen produkt- und leistungsbedingt nicht erkennen kann oder will,</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/wenn-der-change-nicht-passt/</link><guid isPermaLink="false">6093a82ff4c20e753433c8cd</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Thu, 06 May 2021 08:52:22 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Gerade aus dem HR- und Berater-Bereich wird häufiger versucht, auch für Unternehmen (sozialen) Wandel anzustoßen, die dafür nicht bereit oder in der Form nicht geeignet sind. Das kann damit zu tun haben, dass in diesen Bereichen etwas gesehen wird, was das Unternehmen produkt- und leistungsbedingt nicht erkennen kann oder will, aber es hat auch häufiger damit zu tun, dass die HR- und Berater-Bereiche in Cliquenbildungsprozesse mit eigener, tendenziell psychologisch und/oder spirituell orientierter, Wirklichkeits- und Sprachorganisation involviert sind, die ihren Realitätsbezug verloren haben. Das lässt sich besonders im internationalen Vergleich erkennen, wo sich gerade in D-A-CH <em>soft skills</em> ohne empirischen Gehalt und ohne wissenschaftliche Integrität zu wirtschaftlich riskanten bis gefährlichen Orientierungsfunktionen für die damit verbundenen Menschen und Organisationen entwickeln.<br><br>Entsprechendes gilt übrigens für verlustaversives Sicherheitsdenken, das so in der Form beispielsweise in den Vereinigten Staaten nicht bekannt ist, wo mehr Mut zum Risiko neue Märkte öffnet, die in D-A-CH einfach nicht angefasst werden.<br><br>Das hat auch damit zu tun, dass Gesellschaften, in denen die Menschen arbeiten müssen, dazu tendieren große Märkte mit mittelmäßigen bis dürftigen Produkten herzustellen, die natürlich auch im <em>soft-skill</em>-Bereich innovationsfeindlich wirken, weil die Beteiligten dorthin gehen, wo der Markt schon läuft. Das könnte einer der Gründe sein, warum gerade die HR- und Berater-Bereiche von außergewöhnlich viel durchschnittlichem und lebensfremdem Wunschdenken durchtränkt sind: die persönliche und in der Clique bekräftigte Ideologie wirkt sich naturgemäß auf die damit verbundenen Märkte aus. Wahr wirkt, dem die Masse zustimmt.<br><br>Wer mit Menschen arbeitet, bekommt mit Sehnsüchten zu tun. Dort besteht immer das Risiko, dass sich die Utopie hinter einer konsensfähigen Vision verbirgt, der es an Realitätskraft gebricht. Sich in soziologischer Systemtheorie zu bilden, kann dabei helfen, dem entgegen zu wirken.<br><br>Wir würden einen Fehler machen, wenn wir das für ein Problem mit Dummheit oder gar Verantwortungslosigkeit handeln. Es ist einfach nur so, dass Menschen, die denken, oft denken, sie dächten gut, dass Menschen, die reden, vermuten, sie könnten das bereits vernünftig. <em>Soft skills</em> sind stark individualgebunden. Deshalb tendiert man dort auch dazu, sich eher mit dem zu identifizieren, woran man glaubt. Es ist leichter an der Maschine zu überprüfen, was man falsch macht als an den eigenen Mensch- und Zukunftsvisionen.<br><br>Mit FORMlogik lassen sich allerdings Glaubenssätze über gutes Denken und Kommunizieren polykontextural auf den Prüfstand stellen und damit <strong>polykontexturelle Kompetenz</strong> von <em>soft skills</em> trainieren. (Ich unterscheide "polykontextural" und "polykontexturell" vergleichbar "emotional" und "emotionell". "Polykontexturell" bezieht sich auf die Kompetenz und nicht allein auf ihre Anwendungen.)<br><br>Eine solche Kompetenz bedeutet mindestens <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/komplexitatsmanagement-modell-stufen-formen"><em>Komplexitätsmanagementstufe 3</em></a> zu erlangen, unterschiedliche Rollen einnehmen zu können und vor allem, Denken und Kommunizieren in unterschiedlichen Kontexten zu untersuchen und miteinander in Verbindung zu bringen. Wer dann Systemgrenzen respektiert und von außen nach innen arbeitet, wird nach und nach lernen, sich auch dort zu objektivieren, wo persönliche Weltbild-Vorlieben sonst zu oft dazu führen den Blick zu trüben.<br><br>FORMenanalyse fragt zunächst nicht nach Inhalten, sondern wir schauen hier zuerst auf die FORM von Gedankengebäude und Kommunikation. Damit untersuchen wir die FORMale Organisation von Inhalt und Kontext in ihren jeweiligen Kontexten und überprüfen an Computeremulationen, ob unsere Analyse mit dem übereinstimmt, was wir vor Ort sehen.<br><br><strong>Solche Analysen funktionieren wie andere wissenschaftstheoretische Methoden:</strong> Das bedeutet, wir untersuchen zunächst einmal uns selbst. Was an der Maschine leicht zu überprüfen ist, nämlich ob der Handwerker gut arbeitet und ob die Maschine gut funktioniert, müssen wir auf <em>soft skills</em> übertragen. <strong>Polykontexturelle Kompetenz</strong> ist gerade dort besonders gefragt. Konzentration auf die Ideologie verhindert das. Sie führt eng, verliert zunehmend sichtbar an Binnendifferenzierung und führt so zu Realitätsverlust - mit entsprechenden Langzeitschäden für System und Umwelt.<br><br>Der Vorteil wissenschaftliche Methoden wie FORMlogik einzusetzen, liegt darin, dass wir uns nicht lange mit Kritik an der Ideologie aufhalten müssen. Wo die Betreffenden daran interessiert sind sich selbst zu überprüfen, führt die Technik augenblicklich von den ideologischen Impulsen weg. Solange dieser Kurs gehalten wird, steigen <strong>polykontexturelle Kompetenz</strong> und Komplexitätsmanagementfähigkeiten weiter an.<br><br><strong>Ein bisschen ein Problem kann natürlich der Kunde werden, der mit den gleichen Schwierigkeiten zu tun hat:</strong> Konfliktaversion, confirmation bias, Verlustängste. Doch das lässt sich mit gutem Willen und einer ordentlichen Portion sozialer und emotionaler Kompetenz ausgleichen. Auch dabei kann FORMlogik helfen, da sie ermöglicht, die eigene Interaktion mit dem Kunden abzubilden und gemeinschaftlich reflektiert zu orientieren.<br><br>Das bequeme "Der Kunde/das Top-Management will das aber nicht!" sollten wir nicht gelten lassen. Es ist einerseits ein bisschen überheblich zu denken, man könne etwas besser, nur der Kunde sei zu dumm, wenn es um <em>soft skills</em> geht: Da können wir Mr. Holland (Mr. Holland's Opus, Film, 1995) folgen und sagen: "Dann haben Sie sich einfach noch nicht genug anstrengt!". Und andererseits sind Verlustängste und Konfliktaversionen alles andere als dumm und brauchen eben diese <strong>polykontexturelle Kompetenz</strong> und höheres Komplexitätsmanagement, um damit umgehen zu können. Der Berater hat hier einen Bildungsauftrag, dem er folgen sollte.<br><br>Auch die häufig gehörte Verwunderung darüber, dass "die Kunden die einfachsten Orientierungsfunktionen nicht mehr ausfüllen können" können wir uns schenken: <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit/wirklichkeitsemulation-zum-begriff"><em>Wirklichkeitsemulation</em></a> macht vor niemandem halt, und dieselben Mechanismen, die Berater blind machen wirken in den Unternehmen. Insofern dürfen Berater ihre Erkenntnisse dergestalt ernst nehmen, dass sie sie <strong>polykontextural</strong> untersuchen und daraus lernen, wie die (und ihre eigenen) FORMen in der Kommunikationsorganisation der Unternehmung wirken und darüber ihren Kunden zeigen, wie sie durch einfache Korrekturen der FORM bessere Kommikations- und (Konflikt)-Organisationsresultate erzielen.<br><br>Die von Gotthard Günther angedachte <strong>Polykontexturalität</strong> wird mit FORMlogik erfüllt - jetzt kommt es auf die kognitiven Qualitäten von Berater und Change-Maker an, dass sie sich in ihren FORMenanalysen auch reflektieren. Wer denkt, er kann auf die damit kommende Präzision und Horizonterweiterung verzichten, der sei daran erinnert, dass höheres Komplexitätsmanagement genau das verlangt und dass mit Wortmodellen allein Experiment und Überprüfungsmöglichkeiten fehlen. Insofern kann finanzieller Erfolg lange einfach nur dadurch bestehen bleiben, dass die eigene Präsentationskraft sozial wirkt, nicht aber empirisch und folgerichtig aufgesetzte Modelle und Techniken. Diese Verwechslung sehen wir überall da, wo Menschen organisieren und keine <em>hard skills</em> betroffen sind. Der Kaiser hat nichts an, aber auf das kleine Mädchen hört niemand.<br><br><strong>FORMlogik ändert das:</strong> Wer lernt damit kompetent umzugehen, bekommt ein viel schärferes Auge für funktionale Systemanalyse. Das ist nicht immer bequem, aber das sind <em>soft skill </em>Kompetenzen selten, wenn sie auf sozial wirksame Glaubenssätze stoßen. Schlussendlich kommt es auf wissenschaftliche Integrität an: sich dort zu ändern, wo man falsifiziert wurde. Die gute Nachricht: mit <strong>polykontextureller Kompetenz</strong> steigt wissenschaftliche Integrität gleich mit, und wer einmal auf der Rutsche ist, der hat nach einer Weile auch Spaß daran.<br><br><strong>Nachtrag:</strong><br>Ein schönes Beispiel für fehlende polykontexturelle Kompetenz in einigen Teilen der Coaching-, HR- und Beraterbranche kam gerade von René Leupold herein:<br><em>Wenn ein <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=agiler&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6795969985819897856">Agiler</a> <a href="https://www.linkedin.com/feed/hashtag/?keywords=spezialist&amp;highlightedUpdateUrns=urn%3Ali%3Aactivity%3A6795969985819897856">Spezialist</a> einer Person erklärt - die bis vor kurzem jahrelang bei einen humanitären Minenräum-Kommando in Afrika im Einsatz war - dass sie auch mal die Komfort-Zone für eine Veränderung verlassen muss.</em><br><br><strong>Links:</strong><br><a href="https://uformiform.info">https://uformiform.info</a><br><a href="https://formwelt.net">https://formwelt.net</a><br><strong>Seminare:</strong><br><a href="https://formwelten-institut.com">https://formwelten-institut.com</a><br><strong>Artikel:</strong><br><a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit">https://www.carl-auer.de/magazin/systemzeit</a></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Die Gerüchteküche - problematisch oder hilfreich?]]></title><description><![CDATA[<p>Gerüchte, Tratsch und Klatsch spielen eine wichtige Rolle für Individuum und Gesellschaft. Sie helfen Atmosphären zu stabilisieren, Konflikte zu bewältigen, neue Konflikte zu schaffen, sie können entspannen, an- und aufregen. Und sie lassen sich nicht ausschalten.<br><br>Wie bei so Vielem, das negativ konnotiert ist, gleichzeitig aber grundlegend wichtig für inneren</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/die-geruchtekuche-problematisch-oder-hilfreich/</link><guid isPermaLink="false">6092572af4c20e753433c87b</guid><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Wed, 05 May 2021 08:55:39 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Gerüchte, Tratsch und Klatsch spielen eine wichtige Rolle für Individuum und Gesellschaft. Sie helfen Atmosphären zu stabilisieren, Konflikte zu bewältigen, neue Konflikte zu schaffen, sie können entspannen, an- und aufregen. Und sie lassen sich nicht ausschalten.<br><br>Wie bei so Vielem, das negativ konnotiert ist, gleichzeitig aber grundlegend wichtig für inneren und äußeren Zusammenhalt, hilft überhaupt nicht zu versuchen das Phänomen unter Kontrolle zu bekommen oder gar (sich selbst) zu verbieten, sondern wir kommen hier mit paradoxer Intervention sehr viel weiter:<br><br>Begrüßen wir das Phänomen. Es ist okay, wenn Andere über dich reden, solange sie sich damit erst bei dir melden, wenn das Problem tatsächlich auch dann noch ernst genommen wird, wenn der Dampf abgelassen wurde. Das Problem sind nicht die Tratscher, sondern diejenigen, die den Tratsch an diejenigen weiterleiten, die davon betroffen sind und diejenigen, die versuchen Kontrolle über ihr soziales Umfeld zu bekommen, so dass nur über sie gesagt wird, womit sie einverstanden sind. So lassen sich keine neuen Konflikte schaffen, sondern so stabilisieren sich Schulhofcliquen.<br><br>Eine offene Tratsch-Atmosphäre hat eine Menge für sich. Wir reden alle mal über Andere. Es hilft uns und kann sogar Spaß machen. Insofern hilft noch mehr, das als natürliches Phänomen von eher geringer Bedeutung zu betrachten, das wir entspannt nehmen können, solange eine Sache dabei ausgeschaltet wird: Der Versuch die Betroffenen per Massedruck in gewohnte Verhaltensmuster zu konditionieren. Das! ist das eigentliche Problem und Zeichen persönlicher und gesellschaftlicher Schwäche, denn wenn wir uns sicher sind, dass der Andere etwas falsch macht, können wir auch gleich mit ihm sprechen. Wer aber Dritte nutzt, um die eigene Schwäche loszuwerden und Druck auf den Konfliktpartner auszuüben, dem gehört der Hintern versohlt :) Dasselbe gilt für diejenigen, die sich über Gerüchte soziale und wirtschaftliche Vorteile verschaffen.<br><br>Entspannte Konfliktatmosphären mit gut funktionierender Gerüchteküche helfen beim Erwachsenwerden. Wer sich mit Unsicherheitsgefühlen über das Verhalten Dritter an Freunde und Kollegen wendet, sollte das ruhig tun dürfen. Das geht aber nur, wenn wir im Kopf behalten, dass wir alle reden. So etwas wie "geschützte Räume" gibt es hier nicht. Wer Angst davor hat, dass das, was er Dritten anvertraut bei demjenigen ankommt, um den es geht, sollte dreimal darüber nachdenken, ob das möglich ist, denn in der Regel funktioniert das nicht. Allerdings werden sich Erwachsene darüber auch weniger Sorgen machen müssen, wenn sie wissen, dass diejenigen, die gerade Tratschthema sind, ebenfalls einer erwachsenen Freiheitsethik folgen. Solche Leute gehen damit nämlich anders um.<br><br>Es hilft, wenn alle Beteiligten wissen, welche Aufgaben die Gerüchteküche für die Sozialgemeinschaft, aber auch für ihre Individuen erfüllen. Das gilt ganz besonders in Statushierarchien (denen wir übrigens auch nicht entkommen können). Indem die Schweigeerwartung ausgeschaltet wird und die Beteiligten lernen jenem, der ihnen etwas darüber sagen will, was ein Dritter über sie gesagt hat, zu antworten:<br>a)  "Will ich gar nicht hören!" oder, <br>b) wenn das nicht geht, beziehungsweise gewünscht wird:<br>"Und? Jeder tratscht oder sagt mal was, was mir nicht passt, das lässt sich nicht ausschalten!" oder <br>c) entspannt zuhören und das interessant zu finden, ohne das zum Konditionierungsanlass zu nehmen,<br>wird dem Ganzen der hässliche Stachel genommen, der das Phänomen üblicherweise so gemein macht.<br><br>Auch sich (darüber) zu ärgern, ist absolut in Ordnung, weil das ebenfalls bei Konfliktabbau helfen kann, wenn Alle wissen, dass das so funktioniert. Was uns schadet, ist der Versuch besser zu sein als unsere Natur, moralischen Werten zu folgen, die gar nicht funktionieren können, weil wir nicht für sie gebaut sind. Sowas schafft Menschen mit Schräglage, die uns unglaublich viel Zeit, Ressourcen und Lebensenergie kosten können. Wer glaubt, dass ein Mensch, der sich über Andere ärgert, emotional schwach ist, sollte noch einmal genauer hinsehen, was da passiert: ein Konditionierungsversuch aus fehlender intellektueller Redlichkeit und mangelnder sozialer Integrität oder eine Impulsreaktion, um Unrecht von sich abzuwehren. Letztere sollten wir niemandem verweigern - auch dann nicht, wenn wir diejenigen sind, die das Unrecht begangen haben. Unrecht wird nicht weniger, wenn wir dem mehr davon hinzufügen!<br><br>Wir müssen lernen, dass wir Unrecht tun. Wir können das nicht verhindern. Auch dass Andere Unrecht tun können wir nicht verhindern. Das ist ein weiterer Grund, warum Vertrauensatmosphären erst einmal problematisch sind, wenn solche Dinge nicht gleich mit diskutiert werden. Schuld und Scham brauchen ihren Platz in Persönlichkeits- und Gesellschaftsentwicklung, was bedeutet, dass wir unbedingt lernen müssen damit aufzuhören, sie als Konditionierungsinstrumente zu missbrauchen, denn dann bekommen wir nur noch Leute, die versuchen, diese Gefühle loszuwerden.<br><br>Mit entspannter Tratsch-Atmosphäre wird diese eine Funktion ausgeschaltet, die die Gerüchteküche für Unmündige erfüllt, nämlich sie in der Clique zu halten. Erwachsene wissen, dass sie die Andersartigkeit des Anderen zur Selbstirritation benötigen und nutzen die Gerüchteküche, um ihre Erwartungen und Ängste zu klären und einfach mal die Ansicht Dritter zu hören.<br><br>Wir sind emotionale Wesen. Wir werden mal wütend, ängstlich, unsicher, trotzig, spröde, problematisch - das gehört alles dazu. Wenn in den Cliquenbildungsprozessen emotionale Reaktionen grundsätzlich (also über gewöhnliche Affektkontrolle hinaus) misstrauisch beäugt werden, werden die natürlich zu Pressionen. Wo das passiert, wird die emotionale Reaktion des Anderen zur Bedrohung nicht nur für das Individuum, sondern auch für den (nur über Lügen aufrecht haltbaren) sozialen Frieden. Da oben drauf eine dieser modernen vermurksten "spirituellen" Kulturen, und unsere liebe gute Freundin, die Wahrhaftigkeit, kann sich für lange Zeit von uns verabschieden, während wir es über lange Zeit mit passiv aggressiven Menschen zu tun haben, die sich gegenseitig über ihre Lebenslügen von sich selbst und von aufrecht intensiven Beziehungen mit streitfähigen Partnern abhalten.<br><br>Soziale Atmosphären müssen danach gebaut werden, wie wir funktionieren, wie Evolution uns gebaut hat. Gewöhnlich negativ konnotierte Mechanismen wie die Gerüchteküche, erfüllen Konditionierungsfunktionen. Das müssen wir nicht ausschalten, wir können es konstruktiv nutzen. Und so schalten wir das eigentliche Problem aus, nämlich unsere kontinuierlichen Bestrebungen unsere eigenen und die Freiheiten Anderer zu beschneiden.<br><br>Gesunde Entwicklungsgemeinschaften verfolgen fundamentale Freiheitsethiken. Um das tun zu können, müssen sie hinsehen, was welche Funktion erfüllt und dann dafür sorgen, dass die Funktion erfüllt werden kann, ohne dass Entwicklungsschaden angerichtet wird.</p><p>simple as that ...</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wie vorgeblich konstruktive Versuche Mobbing nutzen und zu Zerstörung führen]]></title><description><![CDATA[<p>Mobbing konzentriert sich immer auf Äußerlichkeiten: auf Stil und Ton, auf Aussehen und Hautfarbe, auf Gruppenzugehörigkeit. Mobbing ist Konditionierungsversuch.<br> <br>Deshalb muss Kommunikationsorganisation, die konstruktives Miteinander fördern will, genau den anderen Weg gehen und sich auf Sachaspekte und FORM der Kommunikation konzentrieren, statt auf als konstruktiv eingeschätzte Werte wie Freundlichkeit, vertrauensvolle</p>]]></description><link>https://gitta-peyn.de/wie-vorgeblich-konstruktive-versuche-zu-mobbing-fuhren/</link><guid isPermaLink="false">608a7ba0f4c20e753433c7dd</guid><category><![CDATA[Konfliktsysteme Mobbing Vertrauen]]></category><dc:creator><![CDATA[Gitta Peyn]]></dc:creator><pubDate>Thu, 29 Apr 2021 10:06:13 GMT</pubDate><media:content url="https://gitta-peyn.de/content/images/2021/04/wave-1246560_1920.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://gitta-peyn.de/content/images/2021/04/wave-1246560_1920.jpg" alt="Wie vorgeblich konstruktive Versuche Mobbing nutzen und zu Zerstörung führen"><p>Mobbing konzentriert sich immer auf Äußerlichkeiten: auf Stil und Ton, auf Aussehen und Hautfarbe, auf Gruppenzugehörigkeit. Mobbing ist Konditionierungsversuch.<br> <br>Deshalb muss Kommunikationsorganisation, die konstruktives Miteinander fördern will, genau den anderen Weg gehen und sich auf Sachaspekte und FORM der Kommunikation konzentrieren, statt auf als konstruktiv eingeschätzte Werte wie Freundlichkeit, vertrauensvolle Atmosphären und so weiter. Diese wirken nicht nur paradox, sondern außerdem innovationsfeindlich.<br> <br>Das bedeutet nicht, dass wir Atmosphären der Unfreundlichkeit und des Misstrauens fördern sollten, sondern es gilt zu erkennen, dass alle Reaktionen auf Äußerlichkeiten versuchen die Beziehungsebene zu regulieren. Sie führen von der Sachebene weg und erlauben es emotionalen Triggern und Verlustaversion die Kommunikation auszurichten. Mobbing ist unweigerlich die Folge - jene werden gemobbt, die die unmöglichen Dinge sagen und tun, und das Mobbing entwertet die Sachebene und damit den Persönlichkeitswert des Andersdenkenden und Andershandelnden für die Gesellschaft, indem vollständig von dem weggeführt wird, was ihn oder sie ausmacht (nämlich der andere Gedanke, die andere Tat) und hingeführt wird zu dem, worauf man sich gleichzuschalten versucht: die gleiche Art zu denken, zu sprechen und zu handeln.<br> <br>Nachhaltig konstruktives Miteinander setzt auf konstruktives Irritationsinteresse, wissend, dass Konflikte, Ambivalenz, Ambiguität nicht nur unvermeidlich sind, sondern dass sie aus Komplexität entstehen. Es ist die Irritation, die der Andere in uns auslöst, die uns die Chance für Veränderung liefert, insofern müssen wir ihm schon erlauben, uns irritieren zu dürfen und ihn sogar motivieren uns irritieren zu können. Das bedeutet: Wir finden Mittel und Wege zu signalisieren, dass wir konfliktoffen sind, auch wenn es uns dabei schlecht geht. Gute Gefühle sind hier nicht nötig - sie haben zu müssen, sogar schädlich.<br><br>Es ist vollkommen in Ordnung, sich auch mal schlecht zu fühlen, wütend zu werden, zu erröten, zu stottern, sich unbehaglich zu winden, Angst zu haben, solange schlussendlich auch daran gearbeitet wird, emotionale Affekte rational begleiten zu können, so dass sie zwar da sein dürfen, nicht aber immer unbedingt stören müssen. Doch auch stören müssen sie können dürfen, denn oft sind sie das Einzige, was uns vor dem Bully schützt - ganz besonders, wenn dieser ins Gewand der Liebe gekleidet an uns herantritt und uns darüber zu mobben, zu kontrollieren, zu besitzen, zu betrügen und auszubeuten versucht. Niemals sollte sich jemand schlecht fühlen müssen, der auf so etwas mit emotionaler Abwehr reagiert! Er/sie folgt nur eigenen Wahrhaftigkeitsinstinkten, die dem narzisstischen Übergriff des Anderen begegnen. Die emotionale Reaktion ist evolutionär älter, deshalb oft schneller und erfahrener als der bewusst reflektierende Verstand.<br> <br>Ohne den Anderen können wir viele Teile der Welt überhaupt nicht sehen. Ein Künstler braucht jemanden wie Einstein, wenn er selbst nicht fähig ist so etwas wie Relativitätstheorie zu entwickeln, um so auf neue kreative Ideen für seine Bilder zu kommen. Jemand wie Einstein braucht, wenn er qualifiziert Musik machen will, Leute, die ihm dafür Violinsonaten schreiben, weil er es selbst nicht kann. Könnte er deren Sonaten nur dann spielen, wenn ihm die Künstler menschlich sympathisch wären, könnte er nur das spielen, was von der FORM her bereits zu seinen eigenen Emotionalitäten passt. Nur eitle Narren wehren gute Kunst und gute Projekte ab, weil ihnen Künstler und Projektgeber nicht sympathisch genug sind.<br><br>Die Andersartigkeit des Anderen wird immer unbequem sein. Gleichheit vermittelt Wohlgefühle, denn in der Gleichheit erkennen wir uns selbst. Um aber die eigenen blinden Flecken zu erkennen, benötigen wir die blinden Flecken der Anderen - die durch sie erzeugten Störungen erlauben uns erst einen weiteren Blick. Wer glaubt, er braucht die Andersartigkeit des Anderen, der ihn noch zu irritieren vermag, nicht, glaubt auch bereits, dass er die "richtige Wahrheit" gefunden hat.<br> <br>Eltern finden häufig ihre Kinder irritierend, deshalb wollen sie sie erziehen und ertragen dann die Irritation höchstens, anstatt sie für sich zu nutzen, aber wohin erziehen sie sie? Oft dahin, dass die Kinder nicht mehr irritieren (können). Was dabei auf der Strecke bleibt: Dass die Eltern von ihren Kindern lernen und aus den Perspektiven dieser heranwachsenden Menschen erfahren, wie sie für sich neue Perspektiven gewinnen.<br> <br>Gesellschaften, die ihre Kinder so erziehen, bringen Erwachsene hervor, die mit der Irritation, die der Andere ist, nicht mehr umgehen möchten oder gar können, und die dadurch in tiefe Konflikte mit sich selbst gestoßen werden, weil sie daran glauben, dass Selbst und Miteinander ohne Irritation besser funktionieren. Doch Identität funktioniert immer paradox, weshalb Konflikte mit sich selbst und mit anderen unvermeidbar sind und weshalb jeder Versuch sie auszuschalten dazu führt, an Entscheidungs- und damit kreativer Kraft zu verlieren.<br> <br>Erst in der Irritation, im Konflikt schubsen wir uns ins Neue hinein. Erst in Irritation und Konflikt emergiert konstruktives Miteinander. Alles andere ist Gleichschaltung.<br> <br>Da unmöglich ist, auch ernstere Konflikte zu vermeiden und ebenso unmöglich ist, über rein auf Zuhören, Verständnis, Vertrauensatmosphären und so weiter gesetzte Kommunikation zu organisieren, ohne dass sie monoton wird und beginnt ernstzunehmende, beziehungsweise nachhaltige Innovation zu verhindern, hilft zu begreifen, dass wir emotionale Menschen sind und ein richtiges Boot nun einmal schaukelt.<br> <br>Wer versucht sich emotional so zu glätten, dass nichts anderes mehr als Freundlichkeit gezeigt werden kann, gibt seine Fähigkeit neu zu entscheiden dort auf, wo das System an die Konflikte stößt, die durch Freundlichkeit motiviert werden. Deshalb kann der Vorschlag des Dalai Lama allem mit Freundlichkeit und Humor zu begegnen, nicht klappen. Freundlichkeit kann in der Krise kraftlos machen - schlimmer noch: im Weg sein. Der Rettungssanitäter, der dringend durch die Schaulustigen an den Schwerverletzten ran muss, wird im Zweifelsfall sogar zu Gewalt fähig sein, sonst kann er seinen Job nicht machen. Er muss "ruppig" können, durchsetzungsfähig und humorlos. Er muss fähig sein auf die Gefühle der Umstehenden keine Rücksicht zu nehmen. Solche Fähigkeit wird aber in pseudokonstruktiven Umfeldern unterdrückt, und das ist einer der Gründe, warum wir so schlecht mit Krisen umgehen: Ausgerechnet diejenigen, die mit den besten Absichten über "gute Werte" reden, schwächen das System und stärken destruktive Kräfte, weil sie nicht wissen, was sie da tun und dass ihre Vorschläge widernatürlich sind und alles nur noch schlimmer machen werden, lernen sie nicht, ihren Fokus zu verlagern.<br> <br><em>Wechsel ist Stabilität - Stabilität ist Wechsel</em> - sagt der Mystiker, und der Blick auf den Baum des Lebens der Kabbala verrät uns, dass Gnade durch Strenge ausgeglichen werden muss und umgekehrt, dass nur durch die Fähigkeit Gegensatzpaare zu leben (und sie eben nicht so "auszugleichen", dass nur Matsch übrig bleibt) echter Ausgleich und damit konstruktive Beziehungen emergieren können. Wer sich vorstellt, dass Ausgeglichenheit darin besteht, lächelnd fünf Zentimeter über dem grünen Rasen zu schweben und durch nichts mehr getriggert zu reagieren, und wer das versucht sozial zu organisieren, der muss sich gefallen lassen, dass wir ihm nicht nur vorwerfen, ideologische Systeme zu motivieren, sondern von vornherein Willkürsysteme zu initialisieren, in denen Whataboutism und Mobbing regieren.<br> <br>Der auf pseudokonstruktiv gedrillte Mensch hat keinen Sinn für freilassendes Denken, beziehungsweise wird in seinem saft- und kraftlos freilassenden Denken entweder von seinen Glaubenssätzen so weichgespült, dass sich gerade dadurch jede Form von denkbarer Bosheit durchsetzen kann oder wird selbst zum Erzieher.<br> <br>Evolution hat uns als komplexe Konfliktsysteme hervorgebracht, das ist unsere Stärke. Gleichzeitig hat sie konservatives Denken in uns angelegt, um dafür zu sorgen, dass funktionierende Lösungen nicht umgehend wieder umgestoßen werden. Zwischen diesen beiden herausragenden Fähigkeiten uns kontinuierlich zu innovieren und uns gleichzeitig zu konservieren emergieren tagtäglich unsere Lebenskonflikte mit uns selbst und mit anderen, die wiederum Veränderung anstoßen und gegen deren Resilienz wir uns oft nur mit Macht zur Wehr setzen können.<br> <br>Über diese Macht und Kraft verfügen wir: Wir sind Raubtiere, Eroberer, Forscher auf wilden, einsamen Bergen, Künstler, die ein Leben in Armut Verrat gegen ihre Impulse vorziehen, Entwickler, die sich anhaltend gegen die Konditionierungsversuche Anderer stellen können, weil sie dem Ruf ihrer Gene folgen, Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten.<br> <br>Wenn wir diese Fähigkeiten sozial durch falsch angesetzte Kooperationssysteme zu unterdrücken versuchen, suchen sie sich ihre Wege an anderen Stellen, beziehungsweise verlieren wir an Energie uns gegen sie zur Wehr zu setzen, wo sie uns eindeutig schaden, wo sie uns und andere ausbeuten, unsere Umwelten rücksichtslos zerstören und uns in Richtung Abgrund treiben.<br> <br>Deshalb und aus vielen anderen Gründen ist es keine gute Idee, auf konstruktives Miteinander über Tonregulierung, über Äußerlichkeiten zu gehen. Dieser Weg sorgt nicht für die Art von multiresilientem Denken, Sprechen und Handeln, das wir in Metakrisen brauchen. Er versperrt ihn, und er tut dies durch Mobbing, wie wir immer wieder bei jenen beobachten können, die auf Kritik an eben ihren konstruktiven Versuchen genau damit reagieren. Tonregulierung bringt die Narzissten und Psychopathen nach oben - alle anderen können sich gegen uns ja nicht durchsetzen. Tonregulierung treibt die Künstler und Forscher ins Abseits, weil sie in den Symbolsätzen der Masse ihre Kunst und Forschung nicht betreiben können. Tonregulierung heißt Mobbingsystem, heißt Mobbingerfahrung für Jeden.<br> <br>Wir sind hier herausgefordert mehrdimensional zu denken. Transpersonales Leadership, Konzentration auf Zuhören und andere Verliebtheiten in die eigenen (nur scheinbar guten) Visionen bringen keine multiresilienten Systeme hervor, es sei denn, wir würzen das Ganze mit ordentlichen Prisen Verständnis für Individualität, emotionale Reaktion, vollständige Andersartigkeit, Irritation, Konflikt, Ambiguität, Polyvalenz und so weiter.<br> <br>Wir sollten damit aufhören zu versuchen, unsere Natur abzuschaffen und statt dessen das tun, wofür wir tatsächlich gebaut sind: die entropische Welle zu surfen. Wir sind alle geborene Komplexitätsmeister und Chaos-Manager. Wir sind alle ein bisschen gaga, ein bisschen durcheinander, ein bisschen emotional, ein bisschen schief und schräg, ein bisschen kompliziert, ein bisschen konfliktavers (und deshalb streitsüchtig) und so weiter. Das hat Evolution in uns angelegt, damit wir überleben. Wie absurd von uns, diese Fähigkeiten gering zu schätzen, anstatt sie zu akzeptieren und zu lernen damit umzugehen, ohne uns gegenseitig in Richtung "jetzt sind wir alle konstruktiv" zu mobben, oder?</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>